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Computer-Truck
Daimler lässt Trucks autonom auf der A52 fahren

Düsseldorf. Ein Truck gibt für alle anderen den Ton an: In Düsseldorf präsentierte der Autobauer die Zukunft der Logistik. Von Florian Rinke

Auf Höhe der Ausfahrt Kaarst/Osterath nimmt Michael Kropp die Hände vom Lenkrad und lehnt sich zurück. Der Lkw fährt ungebremst weiter, genau wie die zwei anderen Trucks, die mit dem Daimler-Mitarbeiter auf der Autobahn 52 unterwegs sind.

Einige Kilometer entfernt steht Sven Ennerst in einer Halle in Düsseldorf und blickt entspannt auf die Bildschirme, die diese Szene live zeigen. Ennerst leitet bei Daimler Trucks die Entwicklung. Er weiß, was jetzt passiert: Die drei autonom fahrenden Lkw verringern nacheinander den Abstand zueinander. Statt der eigentlich vorgeschriebenen 50 Meter liegen nun nur noch 15 Meter zwischen ihnen - bei dieser Distanz und diesem Tempo gäbe es kaum eine Chance, bei einer Gefahr rechtzeitig zu bremsen. Doch das ist auch gar nicht nötig. Die Sensoren der Computer-Trucks passen auf.

Autonom fahrende Lkw - das ist für Daimler nichts Neues mehr. Was die Fahrzeug-Manager beim Workshop "Campus Connectivity" präsentieren wollen, ist der Zusammenschluss mehrerer Fahrzeuge über W-Lan. Dafür haben sie sich extra eine Sondergenehmigung geholt, um den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zwischen den Fahrzeugen verringern zu dürfen. "Vernetzte Trucks haben enormes Potenzial", sagt Wolfgang Bernhard, Leiter Trucks und Busse bei Daimler: "Sie werden den Transport grundlegend verändern."

Bis 2050, schätzt man im Unternehmen, werde sich der weltweite Straßengüterverkehr verdreifachen - das Straßennetz jedoch nicht. Also müsse der Transport effizienter werden. Ein Ausweg: die Digitalisierung. In der von Daimler präsentierten Kolonne lässt sich der Spritverbrauch nach Firmenangaben dank des Zusammenschlusses zu einem aerodynamisch optimierten Verbund um sieben Prozent senken, der Flächenverbrauch auf der Autobahn sogar um knapp die Hälfte.

Und künftig könnten dank der Analyse und des Austausches riesiger Datenmengen noch viele weitere Vorteile hinzukommen: "So lassen sich künftig beispielsweise Wartezeiten beim Be- und Entladen reduzieren, Verwaltungsaufwand verringern und Staus vermeiden", sagt Wolfgang Bernhard. Halbleere Trucks könnten der Vergangenheit angehören, weil in Echtzeit-Übertragung für Kunden erkennbar ist, wo es noch Kapazitäten gibt.

Der Lkw werde so zum zentralen Knotenpunkt des Logistik-Netzwerks, sagt Bernhard. Bis 2020 will Daimler daher rund 500 Millionen Euro in Internettechnologien für Lastwagen investieren.

Quelle: RP
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