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Mönchengladbach
Datenpanne: Sparkasse zeigt 70 Kunden bei der Schufa an

Mönchengladbach. Eine Computerpanne bei der Stadtsparkasse Mönchengladbach hat in den vergangenen Wochen zu falschen negativen Schufa-Einträgen bei 70 Kunden geführt. Das räumte das Institut auf Nachfrage unserer Redaktion ein. "Aufgrund der Umstellung eines EDV-Verfahrens kam es bei der Datenmigration zu einem Übertragungsfehler, bei dem vereinzelt fehlerhafte Meldungen an die Schufa generiert und übertragen wurden", teilte die Stadtsparkasse Mönchengladbach mit. Daraufhin wurden in der Auskunftei, bei der etwa Mobilfunkanbieter, Kreditgeber oder auch Online-Händler die Bonität von Kunden erfragen, Negativeinträge für die betroffenen Kunden gefertigt - mit der Folge, dass diese plötzlich nicht mehr kreditwürdig waren. "Alle Fälle wurden schnell und unbürokratisch bereinigt, der Vorgang wurde komplett gelöscht", sagte ein Sprecher der Sparkasse. Von Andreas Gruhn

Die Folgen negativer Einträge bei einer Auskunftei wie der Schufa können gravierend sein. Der Mönchengladbacher Rechtsanwalt Siegfried Bönnen erfuhr von dem Negativeintrag, nachdem die Kreditkartenfirma American Express ihm nach 32 Jahren die Kreditkarte ohne Limit gekündigt hatte. "Ich habe zuerst an einen Online-Betrüger gedacht", sagt Bönnen, der vor der Meldung einen nahezu perfekten Basisscore-Wert von 99,4 Prozent hatte. Erst eine Selbstauskunft bei der Schufa offenbarte eine angeblich offene Forderung der Stadtsparkasse in Höhe von 252.312 Euro - also ein Negativeintrag. "Und das ist ein Ausschlusskriterium für das Geschäftsleben", sagt Pamela Wellmann, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW.

Obwohl Bönnen seit 2009 gar nicht mehr Kunde der Sparkasse ist, konnte er plötzlich keine Reisen mehr zu Klienten und Mandanten buchen. Seine Hausbank, die Volksbank, strich den Kreditrahmen. Die Sparkasse betont nun: "Wir haben den Fehler unverzüglich behoben und die rückstandslose Löschung aller falschen Meldungen bei der Schufa unverzüglich veranlasst."

Eine Studie des Bundesministeriums für Verbraucherschutz hatte bereits 2009 alarmierende Zahlen fehlerhafter Datensätze bei den Auskunfteien festgestellt. Seitdem kann jeder Verbraucher einmal im Jahr seine Daten kostenfrei einsehen und Fehler korrigieren lassen. "Wir raten dringend dazu, die Daten jedes Jahr zu überprüfen", sagt Verbraucherschützerin Wellmann. "Man hat ein Recht auf Löschen fehlerhafter Daten."

Quelle: RP
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