Rekordsumme: Dax-Konzerne zahlen 22,8 Milliarden Dividenden
zuletzt aktualisiert: 31.05.2006 - 14:30Frankfurt/Main (rpo). Insgesamt 22,8 Milliarden Euro flossen im abgelaufenen Geschäftsjahr an die Aktionäre der 30 Großkonzerne im Deutschen Aktienindex. Das ist eine Rekordsumme. Allerdings ist die Ausschüttungsquote gesunken. Größter Zahler ist der Stromkonzern Eon, während Chiphersteller Infineon die Dividende erneut schuldig blieb.
Eine am Mittwoch in Frankfurt am Main vorgelegten Analyse der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) nennt Eon als größten Dividenden-Zahler im DAX. Der Stromkonzern gibt inklusive einer Sonderausschüttung 4,8 Milliarden Euro her. Doch die Dax-Firmen sind in der Minderheit: 60 Prozent aller börsennotierten Gesellschaften zahlen keinen Bonus.
Die große Dividendensumme im Dax dürfe auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Ausschüttungsquote erneut um einen Punkt auf 37 Prozent des Gewinns gesunken sei, sagte DSW-Hauptgeschäftführer Ulrich Hocker. Die von den Aktionärsschützern geforderte Quote von 50 Prozent reichten nur sieben Gesellschaften an ihre Eigner weiter. Spitzenreiter sei dabei der Handelskonzern Metro, der den Aktionären 67 Prozent des Gewinns zukommen ließ, dicht gefolgt von Eon mit 65 Prozent. DaimlerChrysler und die Deutsche Telekom zahlten je 54 Prozent aus. Im Gegenzug hätten sich die Adidas-Aktionäre mit 14 Prozent zufrieden geben müssen. Der Autozulieferer Continental schüttete magere 16 Prozent, die Allianz nur 18 Prozent aus.
Insgesamt hätten die 950 untersuchten Unternehmen ihre Dividendenzahlung auf 29,6 Milliarden Euro und damit im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent nach oben geschraubt, sagte DSW-Dividendenexperte Herbert Hansen. Davon machten die Dax-Konzerne den größten Brocken aus. Die 50 Unternehmen im MDax schütten zusammen nur noch 2,88 Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus, die 50 SDax-Firmen magere 490 Millionen Euro.
Die hohe Anzahl von Unternehmen, die ihren Aktionären für das Kursrisiko nicht einmal eine Dividende als Risikoausgleich zahlen, führt Hocker darauf zurück, dass viele Börsenneulinge der vergangenen Jahre "nicht annähernd reif" für das Parkett waren. Aus der Sicht der Kleinanleger müssten Börsenkandidaten zuvor bewiesen haben, dass sie nicht nur Gewinne erwirtschaften, sondern auch einen Bonus zahlen könnten, forderte er. Entsprechend skeptisch sah der Anlegerschützer den jüngsten Börsengang der verlustreichen Fluggesellschaft Air Berlin.
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