Börse am Mittwoch: Dax schließt bei 7016 Zählern
zuletzt aktualisiert: 15.12.2010 - 18:04Frankfurt/Main (RPO). Zeichen für eine Erholung der US-Industrie haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt und an der Wall Street am Mittwoch etwas aufatmen lassen. Der Dax schloss minimal tiefer bei 7016 Zählern, die US-Börsen lagen im frühen Geschäft leicht im Plus.
Der deutsche Leitindex schüttelte dank der Kursgewinne der schwergewichteten Industrieaktien die Nervosität wegen der europäische Staatsschuldenkrise ab, die ihn im Verlauf bis zu 0,9 Prozent ins Minus gedrückt hatte. Anders war es beim von Finanzwerten geprägten EuroStoxx50 für die Euro-Zone, der 0,6 Prozent niedriger auf 2844 Stellen aus dem Tag ging.
Die US-Industrie hatte ihre Produktion im November gesteigert. Im Dezember nahm die Industrie im Bundesstaat New York Daten der dortigen Notenbank zufolge kräftig Fahrt auf. "Insgesamt scheint die Erholung der US-Industrie, die im Spätsommer/Frühherbst eine Pause eingelegt hatte, wieder voranzukommen", kommentierte Postbank-Volkswirt Heinrich Bayer.
Nervöse Ratingagentur
Nervosität löste die Ratingagentur Moody's aus, die wegen der hohen Verschuldung eine Herabstufung der Bonitätsnote Spaniens prüft. Moody's rechnet zwar nicht damit, dass Spanien den Rettungsschirm von EU und IWF in Anspruch nehmen muss, schließt dies aber auch nicht aus. "Die Euro-Zone steht derzeit auf wackligen Beinen", sagte ein Börsianer. Daher blickten viele Anleger gespannt auf den am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel.
In Reaktion auf die Moody's-Aussagen fiel der Madrider Leitindex Ibex um 1,5 Prozent. Die Aktien der Banken BBVA und Banco Santander verbilligten sich um bis zu 2,6 Prozent. Im Sog der spanischen Banken gerieten auch die europäischen Konkurrenten unter Verkaufsdruck. Der Stoxx-Branchenindex verlor 1,6 Prozent. In Frankfurt verloren Commerzbank und Deutsche Bank ein beziehungsweise 1,7 Prozent. Die Aktien der Deutschen Bank wurden Händlern zufolge auch von einem kritischen HSBC-Analystenkommentar belastet.
Größter Dax-Verlierer waren mit einem Minus von 5,7 Prozent Beiersdorf-Aktien, nachdem der Konzern für die Kosmetiksparte Nivea eine niedrigere operative Rendite erwartet. Das Unternehmen hatte bereits am Freitag seine Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt. "Wir erwarten, dass Anleger zunächst einen Bogen um die Aktien machen", sagte ein Börsianer.
Siemens an der Spitze
An die Dax-Spitze setzten sich die Aktien des Elektrokonzerns Siemens. Sie schlossen 2,3 Prozent höher bei 93,19 Euro und damit auf dem höchsten Niveau seit fast drei Jahren. Siemens kündigte an, sich von seiner defizitären IT-Sparte SIS zu trennen. "Damit wird Siemens sein letztes Sorgenkind los", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Die Papiere des Käufers Atos Origin, an dem sich Siemens im Gegenzug beteiligt, schossen in Paris um 13,5 Prozent in die Höhe. Auch andere Industriewerte waren in Frankfurt gefragt. ThyssenKrupp und BASF stiegen um jeweils knapp ein Prozent. Die Papiere des Salz- und Düngemittelherstellers K+S verteuerten sich nach der Ankündigung von Preiserhöhungen um 1,6 Prozent.
MDax
Im MDax stiegen Hochtief-Aktien nach der Anbebung der Übernahmeofferte der spanischen ACS um 2,1 Prozent auf 65,72 Euro. Damit liegt die Aktie rund zweieinhalb Euro über dem Wert des ACS-Angebotes. "Der Markt will mehr sehen", sagte ein Börsianer. ACS-Titel fielen in Madrid um 1,1 Prozent.
In Zürich sprangen die Novartis-Aktien fünf Prozent nach oben, nachdem der Pharmakonzern die Übernahme des Augenheil-Weltmarktführers Alcon unter Dach und Fach gebracht hatte. Alcon-Papiere gewannen in New York 1,7 Prozent.
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