| 18.17 Uhr

Börse
Dax schließt über 9600 Punkten

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Angeführt von der zuletzt schwer gebeutelten VW-Aktie hat der Dax am Mittwoch einen kleinen Teil seiner kräftigen Vortagesverluste wieder wettgemacht.

Schwächelnde US-Börsen, ein wieder stärkerer Euro und der am späten Nachmittag angekündigte Rücktritt von VW-Konzernchef Martin Winterkorn hinterließen allerdings ihre Spuren: Sowohl das Kursplus bei VW als auch das beim deutschen Leitindex bröckelten.

Mit einem kleinen Aufschlag von 0,44 Prozent auf 9613 Punkten ging der Dax aus dem Handel, nachdem er am Nachmittag kurzzeitig wieder die Marke von 9700 Punkten übersprungen hatte. Am Dienstag war er im Sog der VW-Aktie noch um knapp vier Prozent gefallen und hatte auf dem niedrigsten Stand seit Anfang Januar geschlossen.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Werte ging es am Mittwoch um 0,46 Prozent auf 19.186 Punkte hoch und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,79 Prozent auf 1711,69 Punkte.

Den Börsen sei es gelungen, neue enttäuschende Stimmungsdaten aus China abzuschütteln, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets. Dies sei ein positives Zeichen. Zudem hätten die einigermaßen erfreulich ausgefallenen Konjunkturdaten aus der Eurozone geholfen. Wie nachhaltig das Ganze allerdings sei, bleibe abzuwarten, warnte Hewson.

Die Aktien des Dax-Schwergewichts Volkswagen, die am Montag und Dienstag wegen manipulierter Diesel-Abgastests in den USA abgestürzt waren und mehr als ein Drittel ihres Wertes eingebüßt hatten, standen auch zur Wochenmitte weiter im Fokus: Sie legten nun an der Dax-Spitze um 5,19 Prozent auf 111,50 Euro zu. Zeitweise hatten sie sogar zum ersten Mal seit vier Jahren weniger als 100 Euro gekostet.

Am späten Nachmittag allerdings kündigte Martin Winterkorn schließlich seinen Rücktritt als Vorstandschef an, woraufhin der Kursgewinn teilweise wieder abbröckelte. Laut Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel ist Winterkorns Schritt "zwar verständlich, trägt aber nicht zur Aufklärung bei und hilft damit auch nicht weiter". Zudem wird es vor Freitag keine Entscheidung über die Nachfolge geben.

Leicht erholt zeigten sich auch die Papiere von BMW und Daimler, die am Vortag ebenfalls zu den Verlierern gezählt hatten und nun weitgehend marktkonform zulegten. Die Titel der Autozulieferer legten ebenfalls wieder den Vorwärtsgang ein. Für ElringKlinger ging es an der MDax-Spitze um knapp 5 Prozent hoch.

Die jüngst gebeutelten Anteilsscheine der Energiekonzerne konnten ebenfalls wieder Boden gut machen: die von RWE gewannen 1,59 Prozent und die von Eon 0,80 Prozent.

Die Lufthansa-Aktien legten um knapp 4 Prozent zu. Die Aussicht auf weiterhin niedrige Treibstoffkosten wegen der unverändert eher schwächelnden Ölpreise stützte. Der französische Ölkonzern Total etwa stellt sich eigenen Angaben zufolge inzwischen für lange Zeit auf niedrige Ölpreise ein.

Leicht im Plus zeigten sich auch die Börsen europaweit. So gewann der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone 0,13 Prozent auf 3079,99 Punkte und auch der Pariser Cac 40 legte ähnlich zu, während der britische FTSE 100 kräftig um 1,6 Prozent stieg. In den USA zeigten sich die wichtigsten Indizes zum europäischen Handelsschluss hingegen leicht im Minus.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,45 (Vortag: 0,47) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,48 Prozent auf 139,67 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,04 Prozent auf 156,07 Punkte. Der Kurs des Euro stieg am Abend auf 1,1166 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1150 (Dienstag: 1,1155) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8969 (0,8965) Euro.

(dpa)
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