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Düsseldorf
DB-Kunden dürfen nicht mehr mit HKX fahren

Düsseldorf. Das Staatsunternehmen und die Privatbahn beenden ihre Kooperation bei den Tickets. Von Maximilian Plück

Wenn ein Kunde der Deutschen Bahn bislang auf dem Weg von Köln nach Hamburg in einen Zug des Anbieters Hamburg-Köln-Express (HKX) stieg, dann war das bei der Ticketkontrolle kein Problem. Der Privatbahnbetreiber hatte mit der Bahn vor gut einem Jahr eine entsprechende Ticketkooperation vereinbart. Auch Inhaber der für den DB-Nahverkehr ausgelegten Schönes-Wochenende-Tickets durften mit dem HKX fahren. Damit ist aber künftig Schluss. Die Unternehmen teilten gestern mit, die Ticketkooperation werde beendet, da diese sich nicht bewährt habe. Bis zum 31. August erworbene DB-Tickets werden übergangsweise noch bis einschließlich November im HKX anerkannt. Ein Problem war wohl die Sitzplatzreservierung. Während DB-Kunden auch ohne festen Platz Züge nutzen können, ist im HKX die Reservierung immer im Ticket enthalten. "Der HKX-Kunde erwartet, dass sein gebuchter Sitzplatz frei ist. Das hat gerade in vollen Zügen immer wieder zu Diskussionen zwischen den Fahrgästen und dem Personal geführt", sagte HKX-Geschäftsführer Carsten Carstensen. Auch sei es an Hauptreisetagen immer wieder zu Überfüllungen gekommen.

Lothar Ebbers, Verkehrsexperte vom Fahrgastverband Pro Bahn NRW, vermutet zudem, dass HKX nicht genügend von der Kooperation profitiert habe. "Die Anteile, die das Unternehmen für den Transport der DB-Kunden bekommen hat, dürften so niedrig gewesen sein, dass es sich nicht mehr gerechnet hat."

Der Fernverkehrsmarkt auf der Schiene ist hart umkämpft. Die hohen, von der Bahn erhobenen Trassen- und Stationspreise verhindern, dass sich nennenswerte Wettbewerber neben dem Staatskonzern etablieren konnten. "Das Segment bleibt prekär. Der HKX hat sein Angebot ja auch schon deutlich zurückgefahren", sagt Ebbers. Mit dem ab September geltenden Fahrplan fährt der HKX noch freitags bis montags einmal täglich zwischen Köln und Hamburg hin und her. Die zwischenzeitlich eingeführte Strecke bis Frankfurt entfällt. "Um im Bewusstsein der Kunden eine Rolle zu spielen, hätte der HKX mindestens drei Züge pro Tag anbieten müssen", sagt Ebbers. "Die einzigen ernstzunehmenden Produkte jenseits des DB-Konzerns sind derzeit noch der Thalys und die Züge der Österreichischen Bundesbahnen, ansonsten spielt sich alles im Nischenbereich ab."

Quelle: RP
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