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Düsseldorf
Der Amazon Echo spricht Deutsch

Düsseldorf. Der Lautsprecher mit Internetanschluss hört auf den Namen "Alexa". Wir haben ihn getestet. Von Daniel Fiene

"Ach Oma, die Trommel war das schönste Weihnachtsgeschenk bisher!" - "Tatsächlich?" - "Ja, Mama gibt mir seitdem jeden Tag einen Euro, damit ich aufhöre zu spielen." Auf den ersten Blick ist es befremdlich, wenn man in seinem Wohnzimmer sitzt, sich von einem Lautsprecher, der mit dem Internet verbunden ist, einen Witz erzählen lässt und dann auch noch lacht. Dieser Witz gehört aber zum Repertoire von Alexa, der intelligenten Assistentin von Amazon. Sie kommt jetzt in deutsche Wohnzimmer. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft hat Amazon den Verkauf des Internet-Lautsprechers Amazon Echo gestartet.

Der Clou: Der Lautsprecher wird komplett über die eigene Stimme gesteuert. Die Stimme als Fernbedienung des Internets - und aller am Netz angeschlossenen Geräte. Es gibt kein Display, nur zwei Knöpfe. Einer zum Aktivieren und einer zum Ausschalten des Mikrofons. Denn der Amazon Echo lauscht die ganze Zeit mit. Sobald der Besitzer den Raum betritt, und das Wort "Alexa" ausspricht, erwacht der Lautsprecher. Ein blaues Licht leuchtet auf und signalisiert: Alexa hört zu! Die Algorithmen interpretieren den Befehl des Benutzers und versuchen, Alexa die passenden Worte in den Mund zu legen. "Alexa, welches Wetter haben wir morgen?" wird genauso präzise vom Amazon Echo verstanden und beantwortet wie Fragen nach der Uhrzeit oder Wikipedia-Wissen.

Alexa kann Musik, Podcasts und Hörbücher starten, fügt Notizen auf einer Einkaufsliste hinzu, besitzt einen sprachgesteuerten Wecker, kann Verkehrsinfos für den Weg zur Arbeit vorlesen, Sportergebnisse und Spielpläne verraten, das Licht in der Wohnung steuern, Termine aus dem Google-Kalender abfragen - und vor allem Produkte direkt bei Amazon bestellen. Ein Besuch der Amazon-Webseite ist nicht nötig. Was im Vergleich zu den Sprachsystemen Siri von Apple und Google Assistant auffällt: Alexa versteht deutlich besser. Das System von Amazon ist bisher im Deutschen überlegen.

Über die App kann der Nutzer Amazon Echo mit anderen Diensten verknüpfen: Spotify für die Musik, Google für den Kalender, Philips Hue für das Lampensystem in der Wohnung. Für das Webradio greift Amazon Echo auf TuneIn zurück. Mit dem Befehl "Alexa, spiele Antenne Düsseldorf" ist das Programm im Handumdrehen eingeschaltet. Hier liegt die Magie des Geräts: Man gewöhnt sich schnell daran, nicht mehr die kleinen Menüs der klassischen Webradio-Boxen bedienen zu müssen. Wer viel Radio hört, wird Alexa schätzen, auch wegen des guten Sounds. Durch den 360-Grad-Lautsprecher gibt es einen guten Klang, der mit jedem Premium-Webradio mithalten kann. An teure vernetzte Soundsysteme, wie die von Sonos, kommt der Amazon-Lautsprecher aber nicht ran.

Dennoch hat die deutsche Version noch einige Probleme: Im Vergleich zum englischen Original versteht die deutsche Alexa nur Basis-Befehle. Die Integration von Spotify und Google gelingt erst nach mehrmaligen Versuchen. Das sind Probleme, die sich mit Software-Updates lösen lassen, aber das rechtfertigt nicht den Preis von 179,99 Euro. Hier wird die Vision noch mit bezahlt. Wer sich mit einem rudimentären Lautsprecher zufrieden gibt oder eigene Boxen über ein Audiokabel oder Bluetooth anschließen möchte, kann sich für 59,99 Euro einen Amazon Echo Dot bestellen. Als Weihnachtsgeschenk taugen aber beide Produkte nicht: Es gibt eine Warteliste.

Quelle: RP
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