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San Mateo
Der Go-Pro-Hype ist vorbei

San Mateo. Der Sportkamerahersteller erlitt im Weihnachtsquartal Umsatzeinbußen von 30 Prozent. Von Beate Wyglenda

Surfer tragen sie, wenn sie sich in die Wellen stürzen, Snowboarder benutzen sie, um ihre halsbrecherischen Bergabfahrten zu dokumentieren, und Extremsportler Felix Baumgartner hatte gleich fünf von ihnen am Körper, als er 2012 zum Sprung aus der Stratosphäre ansetzte: In den vergangenen Jahren brach ein regelrechter Hype um die Actionkameras der Firma Go Pro aus. Jeder sportbegeisterte Jugendliche wollte eine der Kleinbildkameras haben. Und der Gründer und Vorstandsvorsitzende von Go Pro, Nicholas Woodman, avancierte zum Liebling der Börse. Nachdem der US-amerikanische Sportkamerahersteller im Sommer 2014 sein Börsendebüt gefeiert hatte, kannte der Kurs nur eine Richtung: steil nach oben. Zeitweise kletterte der Kurs auf mehr als 90 US-Dollar. Doch jeder Hype ebbt irgendwann eben auch wieder ab. Und so steil der Höhenflug von Go Pro auch war, jetzt begibt sich das Unternehmen auf Talfahrt.

Bereits in den vergangenen zwölf Monaten verlor die Aktie von Go Pro kontinuierlich an Wert. Vor einigen Tagen dann die Schockmeldung: Go Pro gab eine Warnung für deutlich schlechtere Geschäftszahlen als erwartet für das Weihnachtsquartal heraus. Der Umsatz sei um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, so die Prognose. Der Aktienkurs sank daraufhin abermals drastisch und fiel zeitweise auf unter zwölf US-Dollar - also nicht einmal die Hälfte des Ausgabepreises beim Börsendebüt.

Gründe für die schwächelnden Absatzzahlen gibt es viele: Vor allem billigere Anbieter, die nun auf den Markt drängen - insbesondere der chinesische Hersteller Xiaomi - machen Go Pro zu schaffen. Auch Smartphones, die heute mit leistungsstarken Kameras aufwarten, ersetzen oft die hochpreisigen Go-Pro-Modelle. Dabei veralten die Actionkameras nicht so schnell wie Smartphones. Heißt, die Kunden kaufen sich nicht alle ein oder zwei Jahre eine neue Go-Pro-Kamera. Gerade das neueste Modell Hero 4 Session, das das Weihnachtsgeschäft ankurbeln sollte, stieß auf verhaltene Resonanz.

Woodman kündigte indes Gegenmaßnahmen an: Rund 100 der 1500 Beschäftigten müssen gehen. Zudem will Go Pro mit neuen Produkten wie Drohnen oder 360-Grad-Kameras versuchen, in weiteren Märkten Fuß zu fassen.

Quelle: RP
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