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Frankfurt
Deutsche Bank muss Anleger nach Aktien-Sturz beruhigen

Frankfurt. Panikartig warfen Anleger gestern Aktien der Deutschen Bank aus dem Depot. Zeitweise fiel der Kurs um elf Prozent. Die Aktien gingen mit einem Minus von 9,5 Prozent aus dem Handel und schlossen bei 13,82 Euro. So tief hatte die Aktie des Branchenprimus noch nie einen Börsentag beendet.

Seit dem Ausweis eines Rekordverlustes von sieben Milliarden Euro verkaufen Anleger die Papiere. Die Unsicherheit über Rechtsstreitigkeiten und Milliardenstrafen setzen der Bank ebenso zu wie die Niedrigzinsphase. Zudem leidet sie wie andere Banken unter der Sorge, dass die Zahl der Pleiten und damit das Volumen der faulen Kredite wieder zunimmt. Böse Erinnerungen an 2007, das Jahr der Finanzkrise, werden wieder wach.

Der Sturz der Aktie sorgte gestern in der Frankfurter Zentrale für Nervosität. Am Abend versuchte der Vorstand, die Investoren nach dem dramatischen Handelstag zu beruhigen. Die Bank habe genügend Geld, um spezielle Anleihen zu bedienen, teilte das Geldhaus mit. Man habe rund eine Milliarde Euro zur Verfügung, um die am 30. April fällige Zinszahlung von 350 Millionen Euro zu leisten. Für das nächste Jahr stünden rund 4,3 Milliarden Euro zur Verfügung - und zwar ohne Berücksichtigung des für 2016 erwarteten Gewinns. Schließlich wolle die Bank ihre Beteiligung an der Hua Xia Bank verkaufen. Eine solche Meldung ist ungewöhnlich. Vor Jahren wäre sie für die damalige Perle der deutschen Wirtschaft unvorstellbar gewesen. Doch seit Monaten läuft das Geldhaus im Krisenmodus. Die Streichung der Dividende war da nur ein Zeichen.

Inzwischen machen sich zahlreiche Investoren Sorgen, dass die von John Cryan geführte Bank ihre Zinszahlungen auf sogenannte AT1-Bonds aussetzen könne. Diese Anleihen werden nämlich nur bedient, wenn die Kapitalausstattung der Deutschen Bank ausreicht.

(rtr/RP)
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