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Frankfurt
Deutsche Bank muss Anleger nach Aktien-Sturz beruhigen

Frankfurt. Nach dem dramatischen Verlust an der Börse bemüht sich die Deutsche Bank um Beruhigung der Anleger. Deutschlands größtes Geldhaus bekräftigte am Abend, dass es genug Geld habe, um neuartige Anleihen (Contingent Convertible Bonds, "CoCos") zu bedienen, die es 2014 für fünf Milliarden Euro ausgegeben hatte. Dieses Jahr steht eine Zinszahlung von 350 Millionen an - und nach Konzernangaben steckt etwa eine Milliarde Euro in der Kasse dafür. 2017 liegen die geschätzten Reserven dank erwarteter Sondererlöse demnach sogar bei 4,3 Milliarden Euro.

Derartige Bekenntnisse zur Zahlungsfähigkeit sind ungewöhnlich, für den Branchenprimus allemal. Doch bei der Deutschen Bank liegen offenbar die Nerven blank: Die Aktie war gestern - im Zuge eines allgemeinen Ausverkaufs bei Finanztiteln - regelrecht abgestürzt und hatte zeitweise fast zwölf Prozent verloren. Am Ende schloss sie 9,5 Prozent tiefer bei 13,82 Euro. Ein Rekordtief: So schwach hat das Papier einen Börsentag noch nie beendet. "Die Investoren haben komplett den Glauben an die Bank verloren", fasste ein Großaktionär zusammen.

Denn die Anleger können sich längst nicht mehr darauf verlassen, dass die Deutsche Bank Gewinne schreibt. Im vergangenen Jahr stand unter dem neuen Chef John Cryan vor und nach Steuern ein Verlust zu Buche. Unter dem Strich belief sich das Minus auf fast sieben Milliarden Euro - ein neuer Rekord. Denn die Rechtsstreitigkeiten und der Konzernumbau belasten die Bilanz. . Die Dividende ist bereits für mindestens zwei Jahre gestrichen.

"CoCos" sind eine Antwort auf die neuen Anforderungen der Aufseher, die Steuerzahler bei Bankenrettungen schonen wollen. Fällt die Eigenkapitalquote der Deutschen Bank unter 5,125 Prozent, bekämen Inhaber der Anleihen keine Aktien der Bank. Stattdessen würden ihre Papiere einfach abgeschrieben.

(rtr)
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