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Frankfurt
Deutsche Bank überrascht mit Quartalsgewinn

Frankfurt. Das gab es lange nicht mehr, dass die Deutsche Bank Anleger positiv überrascht: Doch gestern legte die Aktie um bis zu vier Prozent zu, obwohl der Gesamtmarkt trübe war. Von Analysten völlig unerwartet hat die Bank im ersten Quartal einen Gewinn von 236 Millionen Euro gemacht statt eines Verlustes von 300 Millionen. Richtig aber bleibt, dass das operative Geschäft alles andere als gut lief. "Unsere Erträge waren im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, vor allem im Wertpapierhandel und bei Unternehmensfinanzierungen", sagte Bank-Chef John Cryan. Und auch die Erträge, also die Summe aller Einnahmen, sanken um 22 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro.

Das Einzige, was glänzte, waren die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten um Zins- und Kursmanipulationen. Nur noch 187 Millionen Euro musste die Bank zwischen Januar und März hierfür zur Seite legen. Im Vorquartal waren es noch 1,2 Milliarden. Die Bankenaufsicht habe "einige Untersuchungen abgeschlossen, ohne Sanktionen zu verhängen", erklärte Finanzvorstand Marcus Schenck.

Für die Zukunft macht Cryan etwas Hoffnung, weil nach den ersten schlechten Börsenmonaten die Anlagebereitschaft wieder gestiegen ist - und mit ihr wohl die Provisionen. Auch mit dem Stellenabbau komme man voran, so Cryan. Es gebe Fortschritte in den Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Die Bank will 9000 Arbeitsplätze einsparen, davon 4000 in Deutschland. Und sie will bis Ende 2017 knapp ein Drittel ihrer 723 Filialen hierzulande schließen.

(mib)
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