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Frankfurt
Deutsche Bank und Commerzbank loten Fusion aus

Frankfurt. Eine Fusion von Deutscher und Commerzbank? Diese Spekulation hatte gestern das "Manager-Magazin" aufgebracht. Zumindest die Börse fand Gefallen daran. Die Aktienkurse beider Geldhäuser legten um gut drei Prozent zu. Doch die Chefs wiegelten auf einer Bankentagung ab. Die Deutsche Bank suche nicht nach Partnern im deutschen Markt, sagte deren Vorstandschef John Cryan. Er wolle vielmehr die Bank kleiner und einfacher aufstellen. Deshalb wolle er die Postbank verkaufen. So bald werde die Deutsche Bank nicht wieder zukaufen, das sei zu früh. "Wir kennen uns gut. Und wir mögen uns auch, glaube ich", tat Commerzbank-Chef Martin Zielke die Spekulationen ab. Von Brigitte Scholtes

Das "Manager-Magazin" hatte berichtet, die Deutsche Bank habe über einen Zusammenschluss mit der Commerzbank nachgedacht, allerdings seien diese Überlegungen "in einem sehr frühen Stadium". Bei der Agentur Reuters hieß es: "Es gab einen Sommerflirt, der aber erst mal zu nichts führen wird." Aufseiten der Deutschen Bank hätten Cryan und Finanzchef Marcus Schenck teilgenommen.

Allerdings gebe es zu viele Banken in Deutschland, deshalb plädieren beide für eine Konsolidierung der Branche. Die habe in Italien oder Frankreich stattgefunden, nicht aber in Deutschland, sagte Cryan. Deshalb sei der Wettbewerb in Deutschland so hart. Grundsätzlich seien Zusammenschlüsse wichtig. "Nur dann können wir auf Dauer wirtschaftlich arbeiten und international mithalten", sagte Cryan.

Zwei Kranke, die sich gegenseitig helfen und gesunden - das ist die Hoffnung der Anleger. Die Commerzbank hatte vor wenigen Wochen eine Gewinnwarnung aussprechen müssen, die Deutsche Bank ist weiterhin mit zahlreichen Prozessen beschäftigt, streicht Filialen und Stellen.

Dass die deutsche Politik wohl ein Zusammengehen zweier deutscher Institute lieber sähe als eine grenzüberschreitende Fusion, davon darf man ausgehen. Analysten halten dagegen nach Abschluss der Aufräumarbeiten eher grenzüberschreitende Fusionen für möglich, etwa die der Deutschen Bank mit der Credit Suisse. Deren Verwaltungsratschef Urs Rohner winkte ab: Das sei ein "Ding der Unmöglichkeit", der Plan würde allein am Regulierer scheitern.

Quelle: RP
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