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Tourismus: Deutsche geben wieder mehr Geld für Urlaub aus

zuletzt aktualisiert: 25.11.2010 - 15:12

Agadir (RPO). Nach Einschätzung des Deutschen Reiseverbands (DRV) hat die Tourismusbranche die Finanz- und Wirtschaftskrise hinter sich gelassen. "Die Deutschen reisen wieder mehr und geben auch wieder mehr für den Urlaub aus", sagte der scheidende DRV-Präsident Klaus Laepple am Donnerstag auf der Jahrestagung des größten deutschen Reiseverbands im marokkanischen Agadir.

"Damit bleibt unsere Nation zum wiederholten Mal auch 2010 Reiseweltmeister", fügte Laepple hinzu.

Getrübt werden die insgesamt guten Aussichten für das Tourismusjahr 2010/11 laut DRV allerdings durch die ab Januar geltende Luftverkehrssteuer. Die Abgabe verteuere die Mobilität der Bundesbürger, so dass die Auswirkungen überhaupt noch nicht abschätzbar seien, betonte der DRV-Chef. Die Lage der Reisebüros bleibt trotz eines Umsatzwachstums angespannt.

Die Reiseveranstalter steigerten nach vorläufigen Hochrechnungen des DRV in dem Ende Oktober beendeten Touristikjahr 2009/10 ihren Umsatz um rund zwei bis drei Prozent auf 21,3 Milliarden Euro. Gegenüber dem Krisenjahr 2008/09 verreisten knapp fünf Prozent mehr Urlauber mit deutschen Reiseveranstaltern. "Wir gehen davon aus, dass die Veranstalter in diesem Tourismusjahr den Rekordumsatz des Jahres 2007/08 in Höhe von 21,4 Milliarden Euro übertreffen werden", sagte Laepple.

Umsatzplus von zwölf Prozent bei Kreuzfahrten

Mit dem Verkauf von Flugpauschalreisen wurde nach DRV-Angaben ein Umsatzwachstum von rund einem Prozent erzielt. Bus-, Bahn- und Autoreisen zu Nahzielen erzielten ein Umsatzplus von fast drei Prozent.Die höchsten prozentualen Zuwächse mit zwölf Prozent verbuchte laut DRV erneut der Kreuzfahrtenmarkt.

Besonders gut entwickelte sich nach DRV-Angaben die Nachfrage nach den Mittelstreckenzielen Türkei (plus neun Prozent), Marokko (plus sechs Prozent) und Ägypten (plus vier Prozent). Spanien konnte nach Rückgängen in den vergangenen Jahren den Abwärtstrend stoppen.Weniger Gäste als in den Vorjahren verzeichneten die Veranstalter bei Reisen nach Griechenland (minus vier Prozent) und Tunesien (minus sechs Prozent).

Die gesunkenen Reisepreise für Fernreisen erwiesen sich für Bundesbürger erneut als Anreiz, zu weit entfernten Zielen aufzubrechen. So stieg die Zahl der von den Veranstaltern gezählten Fernreisenden um vier Prozent. Zuwächse verzeichneten fast alle Destinationen, besonders Asien mit plus vier Prozent. Auch Urlaub in Deutschland blieb mit einem Wachstum von zwei Prozent weiter im Trend.

DRV sieht Entwicklung für 2011 verhalten optimistisch 

In den Reisebüros blieb die wirtschaftliche Lage angespannt. Zwar sei das Reisebüro nach wie vor der dominierende Absatz- und Buchungskanal, sagte Laepple. Auch hätten die Reisebüros im vergangenen Tourismusjahr den Umsatz um etwa fünf Prozent auf rund 20,2 Milliarden Euro erhöht. Die Umsatzrückgänge in den Jahren 2008 und 2009 hätten aber viele Reisebüros finanziell stark belastet, da damit Provisionen und Verdienst in den Keller gerutscht seien.

Die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Reisebranche im nächsten Jahr schätzt der DRV verhalten optimistisch ein. Für die Wintersaison und für das gesamte Tourismusjahr stünden die Vorzeichen für eine weitere positive Entwicklung recht gut, sagte Laepple.

Am Samstag (27. November) wählen die DRV-Mitglieder in Agadir einen neuen Präsidenten. Laepple stellt sich nach zehn Jahren im Amt nicht wieder zur Wahl. Kandidaten für seine Nachfolge sind der Vertriebschef der Deutschen Bahn, Jürgen Büchy, sowie der frühere LTU-Chef und heutige Inhaber der MIC-Marbach-FnB GmbH, Jürgen Marbach.

Quelle: DDP

 
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