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Hamburg/Berlin
Deutscher Fischkonsum bleibt hoch

Hamburg/Berlin. Konstante Nachfrage, steigende Umsätze, aber Probleme beim Lachsimport.

Die Bundesbürger essen weiter gerne Fisch - und geben dafür mehr aus. Die Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten sei 2015 mit 1,15 Millionen Tonnen stabil geblieben, teilte das Fisch-Informationszentrum (FIZ) gestern in Hamburg mit. Das entspreche einem Pro-Kopf-Verbrauch von 14,1 Kilogramm - 200 Gramm weniger als im Jahr zuvor. Allerdings stieg der Umsatz bei den Unternehmen.

"Niemals zuvor wurde in Deutschland mit 3,7 Milliarden Euro mehr Geld im Einkauf von Fisch und Co. ausgegeben als im Jahr 2015", sagte der FIZ-Vorsitzende Thomas Lauenroth. Wie 2014 war den Angaben zufolge der Lachs der beliebteste Speisefisch der Deutschen, gefolgt von Alaska-Seelachs (Pazifischer Pollack), Hering, Thunfisch und Forelle. Auf diese fünf Fischarten entfielen im vergangenen Jahr rund drei Viertel des Fischkonsums in Deutschland.

Der Bedarf an Bio-Lachs wird in Deutschland nach einem Verbot der EU-Kommission indes nicht aus Norwegen gedeckt werden können. Diese hatte einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge ein Importverbot verhängt, da das Land eine Verordnung nicht rechtzeitig beschlossen habe. Dafür wurde sie von der deutschen Fischindustrie scharf kritisiert: "Das ist eine Posse, die wir nicht gutheißen", sagte Matthias Keller vom Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels.

Es sei "erschreckend", dass die Kommission den Import kurzfristig während der Urlaubszeit verboten und nicht die Konsequenzen einkalkuliert habe, sagte Keller. Es handle sich um ein rein formales Problem: "Der Lachs wird so produziert, wie die EU das vorschreibt." Norwegen habe lediglich die entsprechende EU-Ökoverordnung noch nicht beschlossen - das hängt damit zusammen, dass das Land solche Verordnungen gemeinsam mit den anderen Nicht-EU-Mitgliedern des Europäischen Wirtschaftsraums, Island und Liechtenstein, annehmen und umsetzen muss. Wertvoller Fisch müsse nun vernichtet werden, sagte Keller.

(dpa)
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