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Studie
Ausländische Studenten gehen dem Arbeitsmarkt verloren

Deutschland - Ausländische Studenten gehen dem Arbeitsmarkt verloren
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Berlin. Mehr als 300.000 ausländische Studenten gibt es derzeit an deutschen Hochschulen, davon über 100.000 Studienanfänger – Tendenz steigend. Das Problem: Die deutsche Wirtschaft hat davon so gut wie nichts. Mehr als die Hälfte der Absolventen verschwindet nach der Uni wieder ins Ausland.

Deutschland macht nach einer aktuellen Studie zu wenig aus seiner Beliebtheit bei ausländischen Studenten. Zu viele brechen das Studium ab oder kehren nach erfolgreichem Abschluss in die Heimat zurück und gehen somit dem deutschen Arbeitsmarkt als Fachkräfte verloren. Zu diesem Fazit kommt der "Hochschul-Bildungs-Report", dessen neue Ausgabe der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die Unternehmensberatung McKinsey am Mittwoch in Berlin vorstellten.

"Diese Zahlen sind alarmierend, denn für jedes zweite Unternehmen in Deutschland sind ausländische Studierende mittlerweile wichtig, um den eigenen Fachkräftebedarf zu decken", sagte McKinsey-Direktor Jürgen Schröder zur der repräsentativen Umfrage unter 230 Unternehmen in Deutschland.

Weniger als die Hälfte der Absolventen bleibt in Deutschland

Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes lag die Zahl aller ausländischen Studierenden im Wintersemester 2014/15 bei fast 320 000 - mehr als eine Verdoppelung seit 1996. Die für 2020 von der Politik gesetzte Zielmarke liegt bei 350 000. Den Statistikern zufolge gab es 2014 gut 107 000 ausländische Studienanfänger an deutschen Hochschulen, so viele wie nie zuvor.

Doch 41 Prozent der Ausländer brechen ihr Studium ab, und von den Erfolgreichen bleiben nach Studienabschluss nur rund 44 Prozent in Deutschland, heißt es in dem Report. Laut Stifterverband und McKinsey könnten bei gleichbleibenden Bildungsausgaben dem deutschen Arbeitsmarkt jährlich rund 10.000 Fachkräfte mehr zur Verfügung stehen – dazu müsse aber die Studienabbrecherquote auf das Niveau der deutschen Studienanfänger (unter 30 Prozent) gesenkt und die Verbleibquote für alle Ausländer auf das Niveau von EU-Ausländern in Deutschland (52 Prozent) gesteigert werden.

"Dringender Handlungsbedarf"

"Deutschland ist ein Bildungstransitland. Wir investieren viel Geld in ausländische Studierende, tun aber zu wenig, um diese erfolgreich zum Studienabschluss zu führen und sie zum Verbleib in Deutschland zu motivieren", sagte der stellvertretende Generalsekretär des Stifterverbandes, Volker Meyer-Guckel. Der Handlungsbedarf sei dringend, da aktuellen Prognosen zufolge im Jahr 2025 vier von zehn Studienanfängern einen ausländischen Pass hätten.

Es sei daher notwendig, diese Nachwuchsakademiker "zum Baustein einer gemeinsamen Zuwanderungsstrategie von Bund und Ländern weiterzuentwickeln, die sich auch an den Bedarfen des Arbeitsmarkts ausrichtet". Stifterverband und McKinsey schlugen ein neues Finanzierungsmodell vor, mit dem der Bund Hochschulen "dauerhafte Anreize für eine qualitätsorientierte Gewinnung ausländischer Studierender und einen erfolgreichen Studienabschluss" setze.

Der "Hochschul-Bildungs-Report" erscheint seit 2013. Die jährliche Studie will messbare Ziele für das Jahr 2020 liefern, die im Dialog mit Experten aus den Stifterverbands-Mitgliedsunternehmen, Wissenschaftsorganisationen und Vertretern der Zivilgesellschaft formuliert wurden, und gibt entsprechende Empfehlungen.

(dpa)
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