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Konjunktur
Deutsche Exporte brechen massiv ein

Deutschland: Export bricht massiv ein
Der deutsche Export ist im kräftig gesunken. FOTO: dpa, Arne Dedert
Berlin. Überraschender Einbruch bei den exportwerten: Der deutsche Außenhandel hat im August einen empfindlichen Dämpfer erhalten.

Die Ausfuhren gingen im Vergleich zum Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 5,2 Prozent auf 88,0 Milliarden Euro zurück, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Einfuhren verringerten sich um 3,1 Prozent auf 72,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum August 2014 allerdings stiegen die deutschen Exporte dagegen um 5,0 Prozent und die Importe um 4,0 Prozent.

Damit sind die deutschen Exporte im August so stark eingebrochen wie während der weltweiten Finanzkrise 2009 nicht mehr. Ökonomen hatten mit einem Rückgang von 1,2 Prozent gerechnet. Sie sagten in ersten Reaktionen:

Holger Sandte (Nordea): "Das ist ein kräftiger Rückgang, den man so nicht alle Tage sieht. Das hat teilweise mit dem Kalender zu tun: Aufträge und Industrieproduktion hatten bereits kräftig nachgegeben, weil die Sommerferien spät lagen und in den August hineinragten. Allerdings gibt es auch eine schwächere Nachfrage aus den Schwellenländern. Dorthin gehen rund 30 Prozent der Exporte. Die Schwäche von China, Brasilien, Russland und Co. schlägt sich nieder. Sie trifft Deutschland stärker als andere europäische Länder, weil die Unternehmen dort stärker engagiert sind. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das der Anfang einer schwächere Entwicklung ist oder nur ein Ausreißer. Bei mir wächst der Verdacht, dass eine schwächere Periode folgt."

Stefan Schilbe (HSBC Trinkaus): "Die Zahl der Ferientage im August war diesmal höher als normal. Das könnte eine Rolle gespielt haben. Die Exporte sind in den Vormonaten sehr gut gelaufen. Seither hat sich das globale Umfeld jedoch eingetrübt - vor allem in den Schwellenländern. Das wird sich bei der Nachfrage nach deutschen Waren bemerkbar machen. Besonders die nach Investitionsgütern wie Maschinen dürften sich abschwächen, da in diesem Umfeld Kapazitätsausweitungen nicht mehr in dem Maße erfolgen wie bislang. Hinzu kommt, dass der Euro aufgewertet hat im Vergleich zu den Währungen einiger Schwellenländern. Das macht deutsche Güter dort teurer."

 

(REU/dpa)
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