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Feierstunde in Düsseldorf
DGB ehrt Karl Arnold

Düsseldorf. Der Gewerkschaftsbund gedachte des Mitbegründers der Einheitsgewerkschaft.

Am 29. Januar 1946 wurde Karl Arnold zum Oberbürgermeister von Düsseldorf ernannt und noch im gleichen Jahr nach der ersten freien Kommunalwahl im Amt bestätigt.

Bereits zuvor, im Jahr 1945, gründete der spätere erste frei gewählte NRW-Ministerpräsident gemeinsam mit Hans Böckler die Einheitsgewerkschaft, den heutigen Deutschen Gewerkschaftsbund DGB.

70 Jahre später ehrte der NRW-Bezirk und der DGB-Stadtverband Düsseldorf Karl Arnold in einer hochkarätig besetzten Feierstunde. Neben Vertretern aus Gewerkschaft, Wirtschaft und Politik, unter ihnen Landtagspräsidentin Carina Gödecke, der Vorstandsvorsitzende der Karl-Arnold-Stiftung, Bernhard Worms, und Oberbürgermeister Thomas Geisel, der ein Grußwort sprach, waren auch Hildegard Lohse, Tochter von Karl Arnold, und weitere Mitglieder der Familie der Einladung gefolgt.

Detlev Hüwel, Biograf Arnolds und Politikredakteur der Rheinischen Post, die Arnold im Jahr 1946 vor seiner Wiederwahl zum Oberbürgermeister gegründet hatte, gab einen detailreichen Überblick über Arnolds Lebenswerk und stellte, wie auch Karl-Josef Laumann, Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, in seiner Laudatio die Frage, was Arnold wohl zur heutigen Situation im Land sagen würde.

Hüwel und Laumann erinnerten an eines der bekanntesten Zitate Karl Arnolds: "Nordrhein-Westfalen will und wird das soziale Gewissen der Bundesrepublik sein." Arnold habe sich schon damals und früher als viele andere für eine gemeinsame europäische Politik begeistert, betonte Laumann und ergänzte: Sicher wäre er heute ein glühender Verehrer des Euro und des Schengener Abkommens.

Der CDU-Politiker würdigte den 1958 verstorbenen Arnold als einen der prägenden Köpfe des Landes und betonte, dass vieles von dem, was er damals sagte, noch heute Gültigkeit habe. Arnold habe dafür gestanden, Grenzen zu überwinden, und zwar ebenso zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern wie zwischen politischen Parteien und den Konfessionen. Dies sei gerade mit Hinblick auf die Flüchtlingsdebatte aktueller denn je.

(bw)
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