Der ehemalige Landesbank-Chef Jürgen Sengera muss sich vor dem Landgericht Düsseldorf gegen den Vorwurf der Untreue verteidigen. Wir haben die Fakten für Sie.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Handball-Nationaltorwart vor, 1999 einen Kredit über 1,35 Milliarden Euro an die britische Boxclever-Gruppe verantwortet zu haben. Und zwar ohne das damit verbundene Risiko ausreichend zu prüfen.
Bei Boxclever hielt man es für eine gute Idee, Engländern Fernseher zu vermieten. Aber aufgrund mangelnder Nachfrage auf dem Markt ging Boxclever pleite.
Der Kredit platzte, und die WestLB blieb auf 427 Millionen Euro sitzen.
Das wiederum fand die deutsche Finanzaufsicht BaFin so haarsträubend, dass sie ihren „Zweifel an der fachlichen Eignung und Zuverlässigkeit der zuständigen Vorstandsmitglieder“ öffentlich gemacht hat.
Wenn die Staatsanwaltschaft das Gericht überzeugt, drohen Sengera bis zu fünf Jahre Haft. Die Verteidigung hält indes dagegen, die Staatsanwälte wollten lediglich einen strafrechtlichen Vorgang „konstruieren“ und ihren Mandanten „kriminalisieren“.
61 Zeugen sollen einberufen werden, darunter die ehemaligen WestLB-Vorstände Johannes Ringel, Gerhard Roggemann, Wolf-Albrecht Prautzsch und Henning Offen.