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Düsseldorf
Diesel-Marktanteil sinkt weiter

Düsseldorf. Die Krise des Diesel-Motors verschärft sich: Der Marktanteil lag im September mit 44,6 Prozent so niedrig wie zuletzt im April 2011. Das geht aus einer Studie des Car-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen hervor. Im Vorjahreszeitraum hatte der Anteil noch bei 47 Prozent gelegen.

Doch seit Bekanntwerden des Abgas-Skandals bei Volkswagen sowie Tricksereien bei weiteren Herstellern hat der Diesel-Motor offenbar Vertrauen bei den Kunden eingebüßt - wozu auch Diskussionen über möglich Fahrverbote in Innenstädten beigetragen haben dürften.

"Alle Anzeichen sprechen dafür, dass sich die Talfahrt in den nächsten Monaten weiter beschleunigt", sagt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Car-Centers. Neuwagen hätten zum Teil Lieferzeiten von bis zu drei Monaten, die Zulassungsstatistik zeige allgemeine Trends daher immer nur mit etwas Verzögerung. Bei Firmenwagen sank der Diesel-Anteil an den Neuzulassungen auf "nur" noch 70 Prozent, vor Bekanntwerden des Abgasskandals im September 2015 lag der Anteil der Studie zufolge bei 75 Prozent. Bei Privatkunden sank der Anteil von 33 auf 29 Prozent. "Der Diesel-Antrieb ist zum Risikofaktor geworden." Dudenhöffer prognostiziert daher, dass der Diesel-Anteil bereits Ende 2017 unter der Marke von 40 Prozent liegen werde.

In der Politik gibt es zahlreiche Stimmen, die sich für ein Ende der Verbrennungsmotoren bis 2030 stark machen. Der Umweltminister von Schleswig-Holstein, Robert Habeck (Grüne), zweifelt jedoch daran, dass die deutschen Autobauer vehement genug den Wandel zur Elektromobilität vorantreiben: "Ich sehe rhetorische Aufgeschlossenheit bei tatsächlicher Verhaltensstarre", sagte Habeck dem "Handelsblatt": "Ausländische Hersteller sind wesentlich weiter."

(frin)
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