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New York
VW-Chef in Amerika entschuldigt sich

Diesel-Skandal: VW-Chef in Amerika Michael Horn entschuldigt sich
Michael Horn ist US-Chef von Volkswagen. FOTO: ap
New York. Michael Horn zeigt Reue. Der Imageschaden in den USA ist immens. Die Aussage ließ nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig: "Wir waren unehrlich zur Umweltbehörde EPA, wir waren unehrlich zu den Behörden in Kalifornien und, am schlimmsten von allem, wir waren unehrlich zu unseren Kunden. Um es auf gut Deutsch zu sagen: Wir haben Mist gebaut."

Michael Horn, Amerika-Chef von Volkswagen, hat bei der Präsentation eines neuen Passat-Modells die Schuld des Konzerns an dem Skandal um manipulierte Diesel-Abgaswerte ohne Umschweife eingeräumt. Der Hamburger ist seit Anfang 2014 Chef des Autobauers in den Vereinigten Staaten. "Wir müssen unsere Autos in Ordnung bringen. Und wir müssen unser Verhältnis zu unseren Händlern und Kunden in Ordnung bringen", sagte Horn.

Bei den Experten in Übersee löst der Fall Kopfschütteln aus. Die Diesel-Trickserei werfe die Frage auf, ob der technische Fortschritt bei VW wirklich solche Sprünge gemacht habe, wie es der Konzern gern verkünde, sagt Karl Brauer, Analyst des "Kelley Blue Book", für viele Amerikaner so etwas wie die Bibel in Sachen Autokauf.

Noch deutlicher sagt es Max Warburton, Autoexperte der Investmentfirma Sanford Bernstein: "Es hat keinen Sinn, dem Ganzen einen optimistischen Dreh zu geben. Die Sache ist wirklich ernst." Hochkarätige Verbraucheranwälte dürften nun die gesamte Autobranche auf faule Tricks abklopfen, glaubt Warburton.

Wie immens der Imageschaden für VW in den USA ist, lässt sich daran ermessen, wie viel Wert der Konzern in seiner Werbung auf die angeblich so konkurrenzlose Umweltfreundlichkeit seiner Dieselmodelle legte.

In einem Fernsehspot wurde der Passat TDI "Clean Diesel" angepriesen, ein Auto, das mit einer einzigen Tankfüllung bis zu 814 Meilen (1310 Kilometer) zurücklegen könne. Nur ein Grund, warum VW in Amerika die Nummer eins der Dieselsparte sei, hieß es. Und ob es nicht an der Zeit sei, sich für deutsche Ingenieurskunst zu entscheiden. Das klingt jetzt komisch.

(F.H./dpa)
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