Kein Blick in die Zukunft: DIW verzichtet auf Wachstumsprognose
zuletzt aktualisiert: 14.04.2009 - 16:03Berlin (RPO). Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin verzichtet in seiner Frühjahrsanalyse auf eine Wachstumsprognose für 2010. Damit reagiere man auf die jüngste Serie drastisch nach unten korrigierter Konjunkturprognosen aller Prognostiker, teilte das DIW am Dienstag mit.
In der gegenwärtig noch immer anhaltenden Situation extrem großer Unsicherheiten sei eine quantitative Prognose für das nächste Jahr derzeit nicht sinnvoll. Das DIW präsentiert seine Analyse am morgigen Mittwoch.
Seit der Verschärfung der Finanzkrise liefen alle Vorhersagen der tatsächlichen Entwicklung drastisch hinterher, räumte DIW-Präsident Klaus Zimmermann ein. "Sämtliche Prognostiker - das DIW Berlin inbegriffen - haben die Entwicklung in all ihrer Dramatik so nicht vorausgesehen. Die Makroökonomik befindet sich in einem Erklärungsnotstand."
Die rasche globale Ausweitung der Krise habe sich mit den bisher üblichen Methoden "kaum nachvollziehen lassen", sagte Zimmermann. So stießen die Standardmodelle, die in "normalen Zeiten" verlässliche Prognosen lieferten," bei historischen Wachstumseinbrüchen an die Grenze des Machbaren". Auch seien die Auswirkungen von Immobilien- und Finanzblasen auf die Realwirtschaft noch nicht vollständig untersucht.
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