Finanzämter: Drastische Zunahme von Kontenabfragen
zuletzt aktualisiert: 15.03.2006 - 11:25Düsseldorf (rpo). Seit April vergangenen Jahres können die Finanzämter auf die Kontodaten der Bürger zugreifen. Und seitdem nehmen die tatsächlichen Kontenabfragen auch drastisch zu. Dem Bericht eines Wirtschaftsmagazins zufolge wäre es mit der neuen Technik sogar möglich, jährlich 2,8 Millionen Bürger zu überprüfen.
Nach dem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Capital" regelt eine vertrauliche Absprache zwischen Finanzverwaltung und Banken, dass bis August 2007 alle technischen Voraussetzungen für voll automatisierte Abfragen geschaffen werden. Das ermögliche pro Tag bis zu 11.000 Zugriffe, schreibt das Magazin in dem am Mittwoch vorab veröffentlichten Bericht. Bei 250 Arbeitstagen könnten damit jedes Jahr bis zu 2,8 Millionen Bürger betroffen sein.
Verglichen mit den aktuellen Zugriffszahlen ist der Anstieg ernorm. Derzeit richten die Beamten ihre Anfragen schriftlich an das Bundeszentralamt für Steuern und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Die Finanzämter nähmen derzeit täglich etwa 100 Anfragen täglich vor, schreibt das Magazin. Hinzu kämen Recherchen der Fahnder und Sozialbehörden.
Experten erwarten dramatische Folgen für den Finanzplatz Deutschland. "Wenn die Maschinerie anläuft, werden Milliardenbeträge aus Deutschland abgezogen", sagte Stephan Götzl, Präsident des bayerischen Genossenschaftsverbands, dem Magazin. Seit Ende 2004 seien allein von Konten bayerischer Kreditgenossenschaften 434 Millionen Euro ins Ausland verlagert worden.
Einnahmen der Finanzämter stark gestiegen
Einem Pressebericht zufolge sind die Steuereinnahmen im Februar erneut stark gestiegen. So nahmen die Finanzämter im vergangenen Monat 4,1 Prozent mehr ein als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Dies berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Informationen aus dem Bundesfinanzministerium berichtete. Positiv entwickelten sich dem Bericht zufolge vor allem die beiden größten Einzelsteuern, die Umsatzsteuer und die Lohnsteuer, die zwei Drittel zum gesamten Steueraufkommen beitragen.
Gründe für die positive Entwicklung seien die gute Konjunktur und die anhaltend günstige Ertragssituation der Wirtschaft, hieß es laut "Handelsblatt" in Steuerschätzerkreisen. Es werde nun immer wahrscheinlicher, dass bei der nächsten Steuerschätzung am 11. Mai in Saarbrücken die Prognose nennenswert nach oben geschraubt werde.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
