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Düsseldorf
Duin fordert Digitalkunde in Schulen

Düsseldorf. Experten diskutierten bei der RP über die Chancen einer digitalen Wirtschaft.

Die digitale Industrie als neues Wirtschaftswunder für das strukturgeplagte Nordrhein-Westfalen? Um diese Vision ging es gestern bei einer Diskussionsrunde auf Einladung des Vereins "Zukunft der Industrie", der IHK Düsseldorf und des Bezirksverbands des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Konferenzzentrum der Rheinischen Post.

Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) betonte, die Digitalisierung sei die Herausforderung für die Wirtschaft. "Die Unternehmen wissen das, aber weit weniger als die Hälfte zieht daraus einen Schluss für die Investitionen. Das macht mir große Sorgen", sagte Duin. Digitalisierung bedeute eine grundlegende Umwälzung für alle Geschäftsmodelle. Dem müssten auch die Schulen Rechnung tragen. "Wir brauchen ein neues Fach Digitalkunde, das Elemente von Informatik, Wirtschaft und kritischer Reflektion enthält", regte Duin an.

Karl Hans Arnold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinische Post Mediengruppe, betonte, dass bislang noch zu wenige Unternehmen eine echte digitale Transformation versuchten. "Ob wir ein zweites Silicon Valley brauchen, da bin ich skeptisch. Was wir aber brauchen, ist technologische Offenheit, Neugier und das Zusammengehen von Kreativität und Kapital - möglichst ohne bürokratische Hemmnisse", sagte Arnold.

In einer weiteren Diskussionsrunde berichteten Unternehmer über ihre Erfahrungen bei der digitalen Transformation. Terex, einer der größten Kranhersteller der Welt und auch in Düsseldorf zuhause, arbeitet bereits an Kran- und Logistiksystemen für Häfen, die fast ohne Menschen auskommen. Nur für die Kontrolle und Steuerung wird noch menschliche Arbeitskraft benötigt.

Dennoch sei die Digitalisierung kein Grund, Angst zu haben, meinte Rolf Königs, Chef des Autozulieferers Aunde. "Wir dürfen nicht erschrocken sein, wenn sich einige Branchen von einer lohn- zu einer kapitalintensiven Struktur verändern. Nur wer die Zeichen der Zeit erkennt, kann am Ende auch Stellen erhalten und schaffen", so Königs. Auch Siemens hat trotz Digitalisierung keine Stellen abgebaut. "Unsere Mitarbeiterzahl ist weltweit trotz Automatisierung leicht auf 340.000 gestiegen", sagt Udo Bremer, Siemens Niederlassungsleiter NRW. Ein Teil der Stellen verschwinde, doch viele neue kämen nach.

Quelle: RP
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