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Washington
Durchbruch für Audi in den USA

Washington. Die VW-Tochter soll eine Lösung für die manipulierten Motoren gefunden haben.

Nach monatelangen Verhandlungen hat Volkswagen in den USA eine weitere wichtige Hürde zur Überwindung der Abgasaffäre genommen. Der Konzern habe eine Einigung über die Reparatur und den Rückkauf von rund 80.000 Diesel-Fahrzeugen mit Drei-Liter-Motoren der Tochter Audi erzielt, sagten zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen. Der Kompromiss mit den US-Behörden beinhalte das Angebot zum Rückkauf von etwa 20.000 älteren Fahrzeugen und die Nachbesserung von rund 60.000 Wagen. Über einen Schadenersatz für Fahrzeugbesitzer wegen überhöhter Emissionen werde noch mit den Anwälten verhandelt. VW hatte bereits vor Monaten in den USA eine Einigung für rund 475.000 Dieselautos mit 2,0-Liter-Motor mit einer illegalen Abschalteinrichtung erzielt.

Volkswagen lehnte einen Kommentar ab und verwies auf eine Auflage des Bezirksgerichts in San Francisco, sich in dem Fall nicht zu äußern. Für Ende November ist eine Anhörung angesetzt. Richter Charles Breyer hatte unlängst erklärt, er sei optimistisch, dass bis Anfang Dezember eine Einigung erzielt werden könne.

Audi ist im VW-Konzern für die Entwicklung von großen Motoren mit drei Litern Hubraum zuständig. Der Sechszylinder-Dieselmotor aus Ingolstadt kommt außer in großen Limousinen und Geländewagen von Audi auch in großen Modellen von Porsche und VW zum Einsatz.

Ein Kompromiss würde enormen Druck von Audi-Chef Rupert Stadler nehmen. Der Manager war zuletzt wegen neuer Vorwürfe intern wieder stärker in die Kritik geraten. Die US-Umweltbehörde EPA leitete Medienberichten zufolge nach der Entdeckung einer neuen Schummelsoftware ein Verfahren gegen Audi ein. Zudem sollte Stadler Insidern zufolge ein weiteres Mal von den Ermittlern der US-Anwaltskanzlei Jones Day befragt werden, die der Volkswagen-Konzern mit der Aufarbeitung der Dieselaffäre beauftragt hat.

(rtr)
 
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