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Frankfurt
DZ Bank und WGZ streichen bei Fusion 700 Stellen

Frankfurt. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Die DZ Bank soll zudem in Cum-Ex-Geschäfte verwickelt sein.

Der geplante Zusammenschluss der genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ kostet Hunderte Arbeitsplätze. Bis 2019 würden bei beiden Geldhäusern voraussichtlich 700 Stellen für Vollzeitkräfte wegfallen, schreibt der Vorstand in einem Brief an die Mitarbeiter. Das entspricht etwa zwölf Prozent aller Arbeitsplätze.

DZ und WGZ Bank haben im November angekündigt, dass sie 2016 verschmelzen wollen. Die Spitzeninstitute der gut 1000 deutschen Volks- und Raiffeisenbanken wollen durch ihre Fusion pro Jahr mindestens 100 Millionen Euro einsparen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten Strukturen gebündelt und Prozesse vereinheitlicht werden, heißt es in dem Brief. Das gehe nicht ohne Stellenstreichungen. "DZ Bank und WGZ Bank sind sich einig, dass diese Maßnahmen nicht zu einseitigen Belastungen bei einem der beiden Partner führen werden."

Die Institute beschäftigten Ende 2014 zusammen rund 5700 Mitarbeiter. Die Abbaupläne sollten nun mit den Betriebsräten besprochen und konkretisiert werden, heißt es in dem Schreiben weiter. "Die Vorstände beider Häuser streben den Abschluss von Vereinbarungen mit den Arbeitnehmergremien zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen an." Eine Sprecherin von Verdi erklärte, die Gewerkschaft wolle sich erst nach der heutigen Betriebsversammlung äußern.

Eine Fusion der großen DZ mit der kleineren WGZ ist in der Vergangenheit mehrfach gescheitert. Jetzt stehen aber wohl fast alle Eigentümer hinter dem Vorhaben. "Die Voraussetzungen für die Fusion waren noch nie so gut wie heute", sagte Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbands der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Sollte die Fusion klappen, wäre das der größte Zusammenschluss von Banken in Deutschland seit der mehrheitlichen Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank 2010.

Derweil droht der DZ Bank neuer Ärger. Sie soll wie andere Banken in umstrittene Dividendengeschäfte verwickelt sein. Das Institut sei bei einer Betriebsprüfung auf Cum-Ex-Geschäfte aufmerksam geworden und habe bereits 2013 rund 100 Millionen Euro an das Finanzamt überwiesen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Bei einer internen Untersuchung seien vier verantwortliche Mitarbeiter identifiziert worden, von denen sich die Bank nun trennen wolle, eventuell auch per fristloser Kündigung. Eine DZ-Sprecherin erklärte, die Bank habe nie die Strategie verfolgt, Steuerlücken mit Cum-Ex-Geschäften systematisch auszunutzen.

(rtr)
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