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Düsseldorf
DZ/WGZ: Bankenfusion könnte 1000 Jobs kosten

Düsseldorf. Die Gewerkschaft Verdi hat den aus ihrer Sicht drohenden Stellenabbau nach dem Zusammenschluss der genossenschaftlichen Zentralbanken DZ und WGZ auf etwa 1000 Mitarbeiter beziffert. Am Vortag hatten die Vorstände beider Banken in einem gemeinsamen Schreiben erklärt, bis 2019 sollten 700 Vollzeitstellen wegfallen. Beides dürfte damit etwa deckungsgleich sein. Aktuell hat die DZ Bank rund 4500 Beschäftigte, von denen knapp 20 Prozent in Teilzeit arbeiten. Die WGZ Bank beschäftigte Ende 2014 knapp 1300 Mitarbeiter, davon 1081 Vollzeitkräfte.

Ob die Fusion tatsächlich ohne den von den Vorständen angestrebten Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen gelingt, ist noch offen. Gestern gab es eine Betriebsversammlung bei der DZ Bank, in der es auch um Fragen der Beschäftigungs- und Standortsicherung ging. Verdi verlangt einen Kündigungsschutz für fünf Jahre und eine Standortsicherung. Gespräche zu diesen Themen seien aber bislang ohne Erfolg geblieben, sagte Gewerkschaftssekretärin Sigrid Stenzel. Nach Informationen aus Bankkreisen sind die Vorstände nur bereit, unter bestimmten Bedingungen einen Kündigungsschutz zu vereinbaren - und zwar immer dann, wenn eine vorher vereinbarte Zahl von freiwillig Ausscheidenden auch tatsächlich erreicht worden ist. Eine Bestätigung dafür gab es gestern nicht.

Stenzel sagte unserer Zeitung, die Gewerkschaft habe den Unternehmen vorgeschlagen, einen gemeinsamen Haustarifvertrag für beide Banken abzuschließen. Was darin stehen könnte, ist noch nicht bekannt. Dem Vernehmen nach sind die Betriebsrenten derzeit bei der WGZ Bank besser, während die Beschäftigten der DZ Bank im Durchschnitt höhere Gehälter bekommen. Über einen Haustarifvertrag ließe sich eine Harmonisierung erreichen.

In Frankfurt wollen die Betriebsräte heute angeblich noch einmal mit dem Vorstand reden. Bei der WGZ Bank ist eine Betriebsversammlung für den kommenden Montag geplant.

DZ und WGZ hatten im November des vergangenen Jahres angekündigt, dass sie sich in diesem Jahr zusammenschließen wollten. Durch die Fusion der beiden Institute sollen pro Jahr mindestens 100 Millionen Euro eingespart werden.

(gw)
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