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Düsseldorf
Edeka will Stellenabbau bei Kaiser's

Düsseldorf. In NRW soll geplant sein, mehr als ein Drittel der Arbeitsplätze zu streichen. Von Laura Ihme

Bei den Verhandlungen zwischen Edeka und den Gewerkschaften zur Übernahme von Kaiser's Tengelmann verhärten sich die Fronten: Laut der Gewerkschaft Verdi plant die Supermarktkette, in NRW mehr als ein Drittel der Arbeitsplätze bei Kaiser's Tengelmann im Zuge der Übernahme zu streichen.

Von den insgesamt 129 Kaiser's-Tengelmann-Filialen in NRW sollen demnach 29 Filialen in eine eigenständige GmbH der Edeka übergeleitet und 61 Filialen auf das Konzept des Discounters Netto umgestellt werden. Für die Beschäftigten in den restlichen Filialen bietet Edeka keine Arbeitsplätze an, heißt es auf einem Flugblatt von Verdi über den aktuellen Stand der Tarifverhandlungen mit Edeka. Ebenso sollen laut der Gewerkschaft die Regionalverwaltung sowie das Logistikcenter von Kaiser's in Viersen geschlossen werden und nur der Hälfte der Angestellten ein neuer Arbeitsplatz angeboten werden. Auch dem Dienstleistungszentrum in der Stadt Mülheim droht die Schließung - die 424 Beschäftigten dort sollen laut Verdi jedoch kein Angebot für eine Weiterbeschäftigung erhalten.

Sollte Edeka diese Vorhaben tatsächlich umsetzen wollen, würde das Unternehmen ohne die Zustimmung der Gewerkschaften Verdi und NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) gegen den Ministererlass von Sigmar Gabriel (SPD), der die Übernahme von Kaiser's überhaupt möglich gemacht hatte, handeln. Denn der Erlass hatte die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten zur Bedingung gemacht. Wird keine Einigung mit den Gewerkschaften über diese Bedingung erzielt, ist auch der Erlass hinfällig.

Auf das aktuelle Angebot von Edeka wollen sich die Gewerkschaften jedoch nicht einlassen: "Wir wollen weiter für die Einhaltung des Erlasses eintreten", sagte gestern ein Sprecher von Verdi unserer Redaktion. Das selbstformulierte Ziel Edekas, bis Ende Mai eine Lösung finden zu wollen, könne nur durch Einhaltung des Erlasses erreicht werden. Edeka indes wollte sich mit dem Verweis auf die laufenden Verhandlungen nicht äußern. Am 9. Mai treffen Gewerkschaften und Edeka erneut zusammen.

Quelle: RP
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