Knappes Plus von 0,65 Prozent: Einlenken des Iraks verhilft DAX in die Gewinnzone
zuletzt aktualisiert: 10.02.2003 - 20:38Frankfurt/Main (rpo). Die Zustimmung des Iraks zu Spionageflügen über seinem Territorium hat dem DAX am Montagabend in die Gewinnzone geholfen.
Das Börsenbarometer schloss mit plus 0,65 Prozent auf 2586,09 Punkten. Der MDAX gab um 0,04 Prozent auf 2902,94 Zähler nach. Am Neuen Markt sank unterdessen der Auswahlindex NEMAX 50 um 0,92 Prozent auf 345,29 Punkte.
Händler sprachen von einem ruhigen Tag. Auf Grund der geringen Umsätze hätten auch kleine Verkaufsaufträge große Kursbewegungen auslösen können.
Das Hauptaugenmerk der Anleger lag auf den Finanzwerten. Wie bereits in der Vorwoche zeigten sich die Aktien der Banken und Versicherer sehr schwach. Allianz verlor 3,02 Prozent auf 65,75 Euro. Einem Pressebericht vom Wochenende zufolge arbeiten hochrangige Allianz-Manager bereits an Plänen, sich weitere Mittel auf dem Kapitalmarkt zu besorgen. "Eine lancierte Meldung, durch die der Kurs weiter unter Druck gebracht werden soll", sagte ein Händler. Ein anderer Marktteilnehmer wollte nicht soweit gehen: "Da wird viel erzählt, wenn der Tag lang ist". Das Unternehmen hat den Bericht inzwischen dementiert. Die Aktien der Münchener Rück verzeichneten mit 4,37 Prozent auf 74,93 Euro die höchsten Kursverluste unter den 30 DAX-Werten.
Nach positiven Analystenkommentare machten Deutsche-Bank-Titel um 0,72 Prozent auf 37,85 Euro gut. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hatte die Aktie am Morgen heraufgestuft. Goldman Sachs hatte die Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben. HypoVereinsbank verlor 0,47 Prozent auf 10,56 Euro, Commerzbank 1,64 Prozent auf 6,00 Euro. Auch bei den Bankwerten war eine europaweite Kursschwäche zu beobachten.
Als "sichere Häfen" gesucht waren Deutsche Post, die sich um 5,41 Prozent auf 9,94 Euro verbesserten und damit die Gewinnerliste im DAX anführten. E.ON kletterte 3,68 Prozent auf 38,58 Euro. Händlern zufolge stützte das wachsende Bieterinteresse an der Tochtergesellschaft Gelsenwasser. Neben den Hamburger Wasserwerken (HWW) wird auch die RWE AG als Interessent gehandelt.
Am Neuen Markt verlor ACG 14,08 Prozent auf 1,22 Euro. Der Chip- und Chipkartenhändler hatte zuvor eine schnelle Trennung von den verbliebenen Töchtern der microIDENTT AG in Aussicht gestellt. Medigene legte dagegen 5,11 Prozent auf 3,50 Euro zu.
An der Wall Street verbesserte sich der Dow Jones um 0,76 Prozent auf 7925,73 Punkte. Die Technologiebörse NASDAQ stieg um 0,96 Prozent auf 1294,59 Zähler. Der EuroStoxx 50 sank unterdessen um 0,37 Prozent auf 2125,75 Punkte. Er enthält die 50 wichtigsten Werte der Eurozone.
Der Rentenindex REX stieg 0,17 Prozent auf 118,84 Punkte. Der Bund Future verlor 0,26 Prozent auf 115,24 Punkte. Die Umlaufrendite fiel auf 3,74 (Freitag: 3,77) Prozent. Der Kurs des Euro stieg. Die europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0808 (Freitag: 1,0789) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9252 (0,9269) Euro.
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