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Einzelhandel klagt
"Warenschwund" kostet jährlich fünf Milliarden Euro

Berlin . Der Einzelhandel in Deutschland musste im vergangenen Jahr Schäden von rund fünf Milliarden Euro durch Diebstahl und Vertriebsfehler verkraften.

Der Wertverlust durch Langfinger und fehlerhafte Abrechnungen beläuft sich auf etwa 1,1 Prozent des Umsatzes, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie eines britischen Marktforschungsunternehmens hervorgeht. Der weltweit durch "Warenschwund" verursachte Schaden beträgt demnach gar 93 Milliarden Euro und entspricht damit gut 1,2 Prozent aller Einnahmen.

Laut den Marktforschern ergibt sich der Warenschwund zum Großteil durch Ladendiebe: Gelegenheitsdiebe sowie professionelle Einzeltäter und Banden sind demnach für 65 Prozent der Verluste verantwortlich. Immerhin elf Prozent des Schwundes seien auf unehrliche Mitarbeiter zurückzuführen, die am Arbeitsplatz etwas mitgehen ließen. Überdies entstünden den Händlern 19 Prozent der Verluste durch Fehler in der Verwaltung und weitere fünf Prozent durch Betrug bei Zulieferern und Herstellern.

Für das "Globale Diebstahlbarometer" befragte das Unternehmen The Smart Cube 203 Einzelhändler in 24 Ländern. Der deutsche Einzelhandel landet dabei im Mittelfeld.

Am häufigsten gestohlen wird demnach in der Vorweihnachtszeit, in der dichtes Gedränge und voluminöse Winterkleidung den Dieben in die Hände spielen. Besonders beliebt sind dabei kleine Artikel, die verhältnismäßig teuer sind, wie etwa Handys, Elektrogeräte oder Batterien, aber auch Lebensmittel wie teurer Käse, Wein oder Spirituosen. Die Händler geben für Diebstahlprävention und -aufklärung gut 1,3 Prozent ihres Umsatzes aus.

(felt/AFP)
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