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Wolfsburg
Ermittlungen: VW-Jurist soll Daten gelöscht haben

Wolfsburg. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt im Abgas-Skandal einem Medienbericht zufolge wegen möglicherweise verschwundener Dokumente gegen einen VW-Mitarbeiter. Die Behörde habe demnach ein Verfahren gegen einen Beschäftigten eingeleitet, der vor Bekanntwerden der Diesel-Manipulationen im vergangenen September Kollegen indirekt aufgefordert haben soll, Dokumente und Daten zu löschen, berichten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung". Dem sei auch nachgekommen worden, zitiert der Rechercheverbund Behördensprecher Klaus Ziehe. "Bislang geht die Staatsanwaltschaft von keinem größeren Datenverlust aus, der die Ermittlungen im Dieselskandal maßgeblich behindern oder verzögern könnte. Endgültig kann dies aber derzeit nicht beurteilt werden", wird Ziehe zitiert. Die Staatsanwaltschaft war gestern Abend nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen. Ein VW-Sprecher wollte sich mit Hinweis auf die laufenden Untersuchungen nicht zu dem Bericht äußern. Die Ermittlungen werden wegen des Verdachts der Urkundenunterdrückung und versuchter Strafvereitelung geführt. Gegen wen das Verfahren genau geführt wird, teilte die Behörde nicht mit.

Unterdessen nimmt der Rückruf von millionenfach manipulierten VW-Dieseln in Europa nach monatelanger Verzögerung weiter Fahrt auf. Der Konzern meldete gestern die behördliche Freigabe für die Nachbesserungslösungen bei weiteren 1,1 Millionen betroffenen Fahrzeugen der Marken VW-Pkw, VW-Nutzfahrzeuge und Audi.

Damit erreicht der größte Rückruf in der europäischen Autogeschichte einen weiteren wichtigen Meilenstein, nachdem der Anlauf der Aktionen im Frühling ins Stocken geraten war. Mit der jüngsten Freigabe durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ist nun der Weg frei dafür, dass erste Halter von VW-Tiguan- und VW-Caddy-Modellen - falls sie mit dem Skandal-Motor EA 189 als 2,0-Liter-Hubraum-Variante ausgestattet sind - bald Post bekommen.

Den Angaben zufolge sind inzwischen bei VW-Pkw Lösungen für mehrere betroffene 2,0-Motorvarianten der Baureihen Golf, Passat und Tiguan bestätigt. Der Rückrufprozess ist bei Audi ebenfalls gestartet. Hier lägen Freigaben für eine Reihe von Fahrzeugen der Modelle A4, A5, A6 sowie Q5 vor. Auch beim Seat Exeo mit dem Motorentyp EA-189 laufe die Umrüstung bereits.

(dpa)
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