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Kampagne kostet 72 Millionen Euro
EU plant Schock-Fotos auf Zigarettenpackungen

EU plant Schockfotos auf Zigarettenpackungen
EU plant Schockfotos auf Zigarettenpackungen FOTO: AP
Brüssel (rpo). Mit einer 72 Millionen Euro teuren Kampagne will die Europäische Union (EU) ihren Kampf gegen das Rauchen verstärken. Dazu sollen auf die Zigarettenpackungen Schockfotos aufgeklebt werden, die die Folgen des Rauchens umissverständlich darstellen.

Für die abschreckenden Bilder wolle er sich nicht entschuldigen, sagte EU-Gesundheitskommissar David Byrne in Brüssel bei der Vorstellung der Kampagne: "Das wahre Gesicht des Rauchens sind Krankheit, Tod und Schrecken - nicht Glanz und große weite Welt, wie uns die Werbung der Tabakindustrie weismachen will."

Die insgesamt 42 Fotos und Grafiken, die von den Mitgliedstaaten für Abbildungen auf den Zigarettenpackungen verwendet werden können, sind entsprechend: So gehört dazu das Foto einer vom Krebs zerfressenen Lunge mit der Unterzeile "Rauchen verursacht tödlichen Lungenkrebs". Das Bild eines Leichnams ziert der Spruch "Raucher sterben jünger". Ein Baby mit Atemmaske wird zur Illustration der Gefahren des Passiv-Rauchens gezeigt. Die Kommission verwies dabei auf das Beispiel Kanada, wo entsprechende Bilder für eine Reduzierung des Zigarettenkonsums gesorgt hätten.

Die EU will auch die für Jugendliche und junge Erwachsene gedachte Anti-Raucher-Kampagne "Feel free to say no" (etwa: "Nimm dir die Freiheit nein zu sagen") fortsetzen. Seit 2002 wurden mit dieser Kampagne in Fernsehspots und Zeitungsanzeigen laut Kommission bereits etwa eine Milliarde "Kontakte" hergestellt. Unterstützt wurde diese Kampagne von Sportlern und Musikern. Die Kommission verwies zur Begründung der Aktion auch auf den hohen volkswirtschaftlichen Schaden des Rauchens. So bezifferten Experten die jährlichen Kosten durch tabakbedingte Krankheiten in der EU auf 100 Milliarden Euro oder auf etwa ein Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung.

Die EU-Mitgliedstaaten können seit dem 1. Oktober Bilder im Rahmen der vorgeschriebenen Gesundheitswarnungen auf Tabakerzeugnissen verwenden. Dazu verpflichtet werden können die Länder nicht. Die Kommission geht davon aus, dass Irland und Belgien im kommenden Jahr bei den Fotos die Vorreiterrolle übernehmen. Bereits seit dem 30. September 2003 müssen die Gesundheitswarnungen auf den Verpackungen von Tabakerzeugnissen in schwarzem Fettdruck auf weißem Hintergrund erscheinen. Dabei ist eine Größe von mindestens 30 Prozent der Vorderseite sowie mindestens 40 Prozent der Rückseite der Zigarettenpackung vorgeschrieben.

(afp)
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