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Nicht zugelassene Genkartoffel entdeckt: EU stellt BASF wegen "Amadea" zur Rede

zuletzt aktualisiert: 06.09.2010 - 19:20

Brüssel/Limburgerhof (RPO). Der Chemiekonzern BASF hat sich Ärger mit der EU-Kommission wegen der Anpflanzung einer nicht genehmigten gentechnisch veränderten Kartoffel in Schweden eingehandelt. Die EU-Kommission sei darüber sehr besorgt und werde mit BASF und den betroffenen EU-Ländern umgehend Kontakt aufnehmen. Am Mittwoch müsse das Unternehmen die Behörde darüber in Brüssel weiter informieren.

BASF bezeichnet Amflora als Meilenstein für Innovationen.  Foto: AP, AP
BASF bezeichnet Amflora als Meilenstein für Innovationen. Foto: AP, AP

Der Chemiekonzern erklärte, er habe die schwedischen Behörden selbst Ende August darüber informiert, dass eine geringe Menge der neuen Kartoffel Amadea in einem Feld der inzwischen zum Anbau genehmigten gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora in Nordschweden entdeckt worden sei. Die Pflanzen seien inzwischen entfernt. Die Vermischung habe weniger als 0,01 Prozent betragen, teilte das Unternehmen weiter mit.

BASF hatte Ende August einen Antrag auf Zulassung von Amadea gestellt, die so wie Amflora Stärke für die industrielle Produktion liefern soll. Amflora wird außer in Schweden auch in Deutschland und der Tschechischen Republik angebaut. Die Felder in Deutschland und Tschechien seien überprüft worden, erklärte BASF. Dabei hätten sich keine Pflanzen der nicht genehmigten Genknolle gefunden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace teilte mit, der Vorfall zeige, dass Firmen wie BASF "nicht getraut werden kann". Greenpeace hatte den Vorfall am Samstag öffentlich gemacht.

Der Anbaut von Amflora in Deutschland ist umstritten. Vergangene Woche wurde im Beisein von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) mit der Ernte eines Feldes in Mecklenburg-Vorpommern begonnen. Die Stärke aus den Pflanzen soll vor allem in der Papier-, Klebstoff- und der Bauindustrie genutzt werden. Amflora ist nicht als Lebensmittel vorgesehen.

Bei Amadea ist die Verwendung laut BASF noch offen. Da es für einen der Inhaltsstoffe "auch im Nahrungsmittelbereich eine Nachfrage gibt", wolle die Firma "die Einsatzmöglichkeiten für die Amadea-Kartoffel in diesem Bereich zusammen mit ihren Partnern evaluieren".

Quelle: RTR/afp/bs

 
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