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Dämpfer für gesamte Konjunktur: Euro-Höhenflug gefährdet deutsche Exporte

zuletzt aktualisiert: 25.11.2007 - 16:15

Berlin (RPO). Der Höhenflug des Euro schwächt den Boom im Exportgeschäft deutscher Firmen. Damit droht der gesamten Konjunktur ein Dämpfer. Das Bundeswirtschaftsministerium fürchtet, seine Wachstumsaussichten für 2008 nach unten zu korrigieren.

Nicht nur der steigende Euro-Kurs, auch die US-Finanzkrise belasten das deutsche Exportgeschäft. Der Bundesverband des Groß- und Außenhandels (BGA) warnte am Wochenende, dass sich das Wachstum der Ausfuhren nächstes Jahr auf nur noch fünf Prozent halbieren könnte. "Einen solchen Einbruch im Exportgeschaft kann die Binnenwirtschaft nicht auffangen", sagte Präsident Börner dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). Dieses Jahr rechnet der BGA noch mit einem Zuwachs von zehn Prozent.

Auch im Handwerk kühlt sich die Konjunktur bedrohlich ab. "In einigen Gewerben bricht der Umsatz regelrecht ein", sagte Handwerkspräsident Otto Kentzler. Bei Sanitär, Heizung und Klima betrage der Rückgang 20 Prozent. "Beim privaten Wohnungsbau sieht es ähnlich aus, und das Kfz-Handwerk kommt nicht auf die Beine", sagte Kentzler der "Wirtschaftswoche". "Wenn ich mir die jüngsten Zahlen anschaue, wird mir angst und bange." Für das gesamte Handwerk hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) die Wachstumsprognose für 2007 bereits von 2,5 auf ein Prozent reduziert.

Das nachlassende Exportgeschäft hat nach Einschätzung des BGA auch Auswirkungen auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum. "Für das nächste Jahr rechne ich höchstens noch mit einem Wachstum von 1,7 Prozent, mehr ist nicht zu erwarten", sagte Börner. Als zusätzliches Risiko wertet Börner auch die gestiegene Inflation. "Die Kombination von geringem Wachstum und steigenden Preisen ist besonders gefährlich, im schlimmsten Fall droht Deutschland eine neue Phase der Stagflation", sagte er.

Auch das Bundeswirtschaftsministerium fürchtet, dass der Höhenflug des Euro das Exportgeschäft schwächt und die Wachstumsaussichten für das nächste Jahr entsprechend nach unten korrigiert werden müssen. "Wenn der Kurs des Euro dauerhaft so hoch bleibt, sind negative Effekte auf die Exporte nicht zu vermeiden. Sollte dies der Fall sein, wird die Bundesregierung auch ihre Wachstumsprognose überprüfen müssen", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba dem "Handelsblatt".

Bisher erwartet die Regierung eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um zwei Prozent. Eine Revision könne der Bund im Jahreswirtschaftsbericht im Januar nächsten Jahres vornehmen, sagte Otremba weiter.

Der Exportklima-Indikator, den das Münchner ifo-Institut monatlich für die "WirtschaftsWoche" berechnet, sank um weitere 0,09 auf minus 0,55 Punkte. Damit setzte sich der Ende 2006 begonnene Abwärtstrend weiter fort. Hauptgrund für den Rückgang ist laut ifo die Aufwertung des Euro, der im Vergleich zum Vormonat im Schnitt gut zwei Prozent gegenüber dem Dollar zugelegt hat.

Auch im Handwerk trübe Stimmung

Als Hauptproblem für das schleppende Geschäft im Handwerk sieht Handwerkspräsident Kentzler die Mehrwertsteuererhöhung, die die inländische Konjunktur nun doch belaste und auch zu einem massiven Anstieg der Schwarzarbeit geführt habe. Jetzt zeige sich mit ein wenig Verspätung, dass vor allem die Mehrwertsteuererhöhung Gift für die inländische Konjunktur gewesen sei. "Die Konsumenten streiken", lautet sein Befund.

Kentzler forderte eine Reduzierung der Mehrwertsteuer für arbeitsintensive Dienstleistungen auf sieben Prozent. Jetzt müsse die Bundesregierung zudem konjunkturbelebende Programme ausbauen wie auch die Ausweitung des energetischen Gebäudesanierungsprogramms auf Wirtschaftsgebäude.

"Zum anderen sollten haushaltsnahe Dienstleistungen besser steuerlich absetzbar sein. Ich plädiere für eine Aufstockung auf 12.000 Euro pro Haushalt. Bis zu dieser Höhe sollen Privathaushalte handwerkliche Leistungen, aber auch Pflege oder Kinderbetreuung steuerlich geltend machen können", so Kentzler.

Quelle: ap

 
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