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Essen
Evonik: Gewinn sinkt, Kurs steigt

Essen. Konzern leidet unter Preisverfall bei Futter, übertrifft aber Erwartungen.

Beim Essener Chemiekonzern hat sich die Aufregung der vergangenen Monate gelegt. Zwar ging der Gewinn (Ebitda) von Evonik im ersten Quartal um 13 Prozent auf 565 Millionen Euro zurück. Dennoch legte die Aktie gestern zeitweise um drei Prozent auf 28 Euro zu. Analysten hatten einen stärkeren Rückgang erwartet und waren froh über die bestätigte Prognose.

Am 3. März war die Aktie um elf Prozent unter 25 Euro gefallen, obwohl der Konzern eine Rekordbilanz vorgelegt hatte. Doch Evonik hatte die Märkte, die nur die Zukunft interessiert, mit einer schwachen Prognose völlig überrascht.

"Nach einem außergewöhnlich starken Jahr 2015 liegen unsere Ergebnisse nun wieder auf dem guten Niveau der vorherigen Jahre", sagt nun Evonik-Chef Klaus Engel. Den Gewinnrückgang führt er vor allem auf den Preisdruck an Weltmärkten zurück. "Während die Nachfrage nach Evonik-Produkten insgesamt stabil blieb, gingen die Verkaufspreise um sieben Prozentpunkte zurück", klagte der Konzern. Das macht sich besonders bei Methionin bemerkbar. Der vor allem in Antwerpen und Singapur hergestellte Futter-Zusatzstoff wird in der Hühner - und Schweinemast eingesetzt. Analysten beklagen, dass Evonik stark von Methionin abhängt. Auch die Preise für Saugstoffe in Windeln, die ebenfalls von der Sparte Nutrition & Care hergestellt werden, sanken. Der Gewinn der Sparte, die mehr als die Hälfte des Evonik-Gewinns ausmacht, brach um 17 Prozent auf 293 Millionen ein. Beim Sorgenkind Performance Materials (dazu gehört Plexiglas) ging der Gewinn um elf Prozent zurück.

Die Aktie, die 2013 zu 33 Euro an der Börse gestartet war, leidet unter der nicht eingelösten Übernahme-Ankündigung und dem geringen Streubesitz. Die RAG-Stiftung hält 67 Prozent der Evonik-Aktien. Der Konzern ist schuldenfrei und sitzt auf einem Nettovermögen von nun 1,2 Milliarden. Es werde dennoch keine Übernahmen um jeden Preis geben, der Konzern stehe nicht unter Druck, bekräftigte Engel gestern.

Mit einem Jahresumsatz von zuletzt 14 Milliarden Euro ist Evonik der zweitgrößte deutsche Chemiekonzern nach BASF (57 Milliarden), aber vor Covestro und Lanxess. Während die Konkurrenten nur einstellige Gewinnmargen erreichten, schaffte Evonik 12 Prozent.

(anh)
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