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Tarifstreit
Experte: Post-Streiks kostet Verdi 30 Millionen Euro

Experte: Post-Streiks kostet Verdi 30 Millionen Euro
FOTO: dpa, jew lof mbk
Frankfurt. Während ein Tarifabschluss zwischen Verdi und der Deutschen Post näherrückt, kostet der Streik die Gewerkschaft nach Einschätzung eines Experten rund 30 Millionen Euro.

Zusammen mit den Arbeitsniederlegungen der vergangenen Wochen in den Kindergärten komme Verdi auf Ausgaben von mehr als 40 Millionen Euro, sagte der Tarifexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft, Hagen Lesch, der "Welt am Sonntag". Trotzdem sei die Streikkasse der Gewerkschaft immer noch gut gefüllt. Die Deutsche Post und Verdi suchen derzeit erneut nach einem Kompromiss zur Beendigung der seit knapp vier Wochen andauernden Streiks.

Nach intensiven Gesprächen bis zum frühen Sonntagmorgen ist ein Tarifabschluss für die rund 140.000 Beschäftigten der Post näher gerückt. Eine Einigung sei "nicht unmöglich", hieß es aus Verhandlungskreisen. Post-Vertreter und die Gewerkschaft Verdi sprechen seit Freitagmorgen in Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz) miteinander. Zu Details der Verhandlungen wollten sich beide Seiten weiterhin nicht äußern.

Zentraler Streitpunkt ist die Ausgliederung regionaler Post- Paketgesellschaften bei schlechterer Bezahlung. Dort arbeiten bereits etwa 6500 Menschen, ihre Zahl soll noch steigen. Verdi lehnt das strikt ab. Die Gewerkschaft fordert außerdem 5,5 Prozent mehr Geld und eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich für die Postler.

Der inzwischen vierwöchige Poststreik ging während der Verhandlungen weiter. Die Post setzte am Sonntag nach Auskunft eines Sprechers punktuell in einigen Regionen erneut Aushilfskräfte ein, um liegengebliebene Briefe und Pakete zuzustellen.

 

(REU/dpa)
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