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Frankfurt
EZB fordert Hilfe für Italiens Banken

Frankfurt. Die Notenbank will den Leitzins noch längere Zeit auf Rekordtief halten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) bleibt trotz gestiegener Konjunkturrisiken nach dem Brexit-Votum in Deckung. "Wir kamen zum Schluss, dass wir noch nicht genügend Informationen haben, um Entscheidungen zu treffen", sagte EZB-Präsident Mario Draghi. Die Notenbank werde die Entwicklung an den Finanzmärkten und die Konjunktur genau beobachten.

Der Italiener drängte darauf, eine Lösung für das Problem der faulen Kredite in Italien zu finden. "Je länger wir das haben, umso weniger wird das Bankensystem funktionieren." Ein öffentliches Auffangnetz sei unter besonderen Umständen nötig. Es müsse allerdings mit der EU-Kommission abgestimmt werden. Die Kurse italienischer Bankaktien zogen nach den Äußerungen zum Teil kräftig an. Der italienische Branchenindex legte um 1,4 Prozent zu. Die Aktie der Unicredit gewann 3,3 Prozent, BP Emilia kletterten um 3,4 Prozent.

Die EZB tastete den Leitzins erwartungsgemäß nicht an. Der Schlüsselsatz für die Versorgung der Geschäftsbanken mit Notenbankgeld liegt damit weiter auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Die EZB bekräftigte, der Leitzins werde noch für längere Zeit auf dem aktuellen oder sogar einem noch tieferen Niveau liegen.

Die EZB könne in den kommenden Monaten voraussichtlich besser beurteilen, wie es um die Wirtschaft in der Euro-Zone bestellt sei, sagte Draghi. Wie beim Brexit-Votum ließen sich auch die Folgen des Putschversuchs in der Türkei nur schwer vorhersagen. Draghi signalisierte aber Handlungsbereitschaft: "Wenn es zur Erreichung der Ziele gerechtfertigt ist, wird der EZB-Rat handeln, indem er alle verfügbaren Instrumente innerhalb seines Mandats einsetzt." Ihre Wertpapierkäufe will die Europäische Zentralank bis mindestens Ende März 2017 - bei Bedarf auch länger - fortsetzen.

(rtr)
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