| 10.19 Uhr

Dresden
Fall Unister: Die Spur führt von Venedig nach Unna

Dresden. Nach einem Kredit-Deal, bei dem das Leipziger Internet-Unternehmen Unister um rund eine Million Euro betrogen worden sein soll, sitzt ein Finanzmakler in U-Haft. Dem Verdächtigen aus Unna werde Beihilfe zum Betrug in einem besonders schweren Fall vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Sächsischen Generalstaatsanwaltschaft: "Es besteht Fluchtgefahr."

Zum Deal soll es Mitte Juli in Venedig gekommen sein. Berichten zufolge soll Unister-Chef Thomas Wagner dabei betrogen worden sein: Für einen Kredit in Höhe von zehn Millionen Euro soll er 1,5 Millionen in bar als Versicherung übergeben haben. Er erhielt im Gegenzug einen Koffer mit größtenteils falschen Schweizer Franken. Wagner erstattete Anzeige.

Auf der Rückreise von Italien kamen er und Mitgesellschafter Oliver Schilling bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Am Absturzort fand man 10.000 Schweizer Franken. Der Mann aus Unna wurde am 28. Juli verhaftet. Er sitzt in Dresden in Untersuchungshaft.

Der Unister-Konzern, der über 40 Internetportale betreibt, hatte nach Wagners Tod Insolvenz angemeldet. Neben der Holding befinden sich inzwischen auch zahlreiche Töchter im vorläufigen Insolvenzverfahren. 90 Prozent der rund 1000 Mitarbeiter sind betroffen.

Der Verkauf des insolventen Unternehmens schreitet einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge voran. Demnach sollen bis zu 20 Interessenten heute das Unternehmen in einem sogenannten Datenraum prüfen dürfen, nachdem sie Vertraulichkeit zugesichert haben.

Insolvenzverwalter Lucas Flöther strebt nach eigenen Angaben bis Ende September eine Veräußerung an. Der "BamS" zufolge hofft er auf bis zu 130 Millionen Euro aus dem Verkauf der einzelnen Teile von Unister, zu der etwa die Portale ab-in-den-urlaub.de und fluege.de gehören.

(dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dresden: Fall Unister: Die Spur führt von Venedig nach Unna


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.