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Wolfsburg
Falsche CO2-Werte vor allem bei neuen VW

Wolfsburg. Heute will Volkswagen mit Banken über eine Brückenfinanzierung von 20 Milliarden Euro beraten.

Die falschen Angaben zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) bei VW treffen vor allem die neuesten Modelle. Mit rund 430.000 Fahrzeugen sind konzernweit über die Hälfte der etwa 800.000 Autos aus dem Modelljahr 2016 betroffen. Das teilte Volkswagen mit. Diese Autos stehen teils schon bei den Händlern. Geprüft werde, ob auch ältere Modelle mit zu niedrig angegebenen CO2-Werten unterwegs sind.

Vor zwei Wochen hatte VW beim klimaschädlichen CO2 von "Unregelmäßigkeiten" berichtet. Behörden, Händler und Importeure würden nun weiter informiert, hieß es. Unter Aufsicht des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) sollen als einer der nächsten Schritte neue, korrekte CO2-Angaben festgelegt werden.

Der Absatz der VW-Kernmarke schwächelt angesichts des parallelen Stickoxid-Skandals bei Dieselwagen weiter. Im Oktober verkaufte der Konzern 490.000 Autos seiner Hauptmarke, das sind 5,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Markenchef Herbert Diess sieht aber noch keine Gefahr für Jobs in der Stammbelegschaft, wie er gestern betonte. "Ich glaube schon, dass wir die Stammbelegschaft halten können", sagte Diess.

Zur Krisenbewältigung hat Volkswagen bisher 6,7 Milliarden Euro zurückgelegt, weitere zwei Milliarden Euro veranschlagen die Wolfsburger für das, so Diess, "fachlich eingrenzbare" CO2-Thema. Der frühere BMW-Manager befürchtet jedoch Mehrausgaben: "Etwa durch mögliche Strafzahlungen. Es ist momentan sehr schwer, das genauer abzuschätzen."

Heute will der Konzern sich offenbar mit einem Dutzend Banken treffen, um über eine Brückenfinanzierung in Höhe von bis zu 20 Milliarden Euro zu beraten. Volkswagen wolle mit dem Geld ein Finanzpolster schaffen für Kosten aus dem Skandal um manipulierte Abgaswerte. Der Konzern wollte sich dazu nicht äußern. Zudem will das Management heute einer Untersuchungskommission eine Lösung für die Manipulationen bei den 1,6-Liter-Motoren präsentieren.

Kunden können sich auf der Internetseite www.volkswagen.de/info informieren, ob ihr Auto betroffen ist.

(dpa)
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