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Serie "Mein erstes Geld"
Ferienjob in der Sargfabrik

Serie "Mein erstes Geld": Ferienjob in der Sargfabrik
Helmut Schulte schreibt über seinen Ferienjob als 15-Jähriger. FOTO: Christof Wolff
Düsseldorf. Ich war 15, als ich mein erstes Geld verdiente - 1972 in meiner Heimat im Sauerland, im Sägewerk Hellekes in Lennestadt-Trockenbrück. Mit ein paar Kumpels hatte ich dort für einen Ferienjob angeheuert. Von Helmut Schulte

Es ging aber nicht um die übliche Holzverarbeitung - ich war eingeteilt, in der angeschlossenen Sargfabrik zu arbeiten. Wir Schüler waren als Handlanger bei der Sargherstellung eingegliedert. In meinem Fall hieß das, die fertig geschreinerten Särge mit Sägemehl zu polstern und mit Stoff auszuschlagen. Befestigt habe ich diesen mit einer Nagelpistole - mit der wurden auch der Stoff-Himmel in den Sargdeckel genagelt und Bordüren angebracht.

Reich geworden sind wir nicht, es gab 1,75 Mark die Stunde. Aber das war für einen 15-Jährigen ordentliches Geld, zum anderen haben wir viel Spaß gehabt. Vor allem, als sich ein Kollege ein Leichenhemd anzog und in einen fertigen Sarg legte, den ein Sargeinkäufer besichtigen wollte. Der arme Kerl ist schreiend aus dem Lager gelaufen, als die "Leiche" aufstand.

Quelle: RP
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