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Finanzberaterin Jennifer Link im Interview: Baufinanzierung – worauf ist zu achten?

Die Zinsen für Baugeld ziehen wieder an. Immobilienkäufer können allerdings immer noch von vergleichsweise günstigen Konditionen profitieren. Planungs- und Beratungsfehler lauern jetzt vor allem bei der Wahl der richtigen Zinsbindung. Dazu Finanzberaterin Jennifer Link im Interview.

 Vieles deutet momentan auf steigende Zinsen hin. Was raten Sie Ihren Kunden?

Jennifer Link: „Auch wenn die Zinsen für Baugeld seit kurzem wieder anziehen, erhalten Immobilienkäufer im historischen Vergleich noch immer sehr günstige Konditionen – sie liegen nur knapp über dem früheren Tiefstand aus dem September 2005. Wer in absehbarer Zeit eine Immobilie kaufen will, sollte dies deshalb nicht auf die lange Bank schieben. Für die kommenden Monate ist zu erwarten, dass die Zinsen weiter steigen – das sagen zahlreiche Experten voraus.“

Was sollte man derzeit bei einer Immobilienfinanzierung beachten?

Jennifer Link: „Im aktuellen Umfeld empfehlen sich grundsätzlich Verträge mit langer Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren, um die niedrigen Zinsen dauerhaft zu sichern. Außerdem haben Kunden bei einer langen Zinsbindung die Möglichkeit, die Baufinanzierung nach dem zehnten Jahr ganz oder teilweise abzulösen.

Somit können sie in einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren den richtigen Moment für eine Anschlussfinanzierung wählen. Entscheidender Vorteil: Sie können hohen Zinsen voraussichtlich während der gesamten Finanzierungszeit aus dem Weg gehen. „

Welche Möglichkeiten haben Eigenheimbesitzer, deren Finanzierung bereits läuft?

Jennifer Link: „Wer einige Jahre vor Ablauf der Zinsbindung seines bisherigen Vertrags steht, findet derzeit ein gutes Umfeld für den Abschluss eines Forward-Darlehens. Dafür zahlt er zwar einen geringen Aufschlag, ist aber gegen einen zu erwartenden Zinsanstieg in den nächsten Jahren gewappnet – und kann dadurch bares Geld sparen.

Dazu ein Beispiel: Die Absicherung für 24 Monate im Voraus ist derzeit bei einer 10-jährigen Darlehen bereits gegen einen Zinsaufschlag von rund 0,5 Prozent möglich. Sofern der Zins am Markt in zwei Jahren um mehr als diesen Aufschlag steigt, stellt sich der Kunde durch das Forwardgeschäft besser. Bei Absicherungszeiträumen über mehr als 24 Monaten sind die Aufschläge dagegen in vielen Fällen so hoch, dass sich diese Variante oftmals nicht lohnt.“

Worauf muss ein potentieller Kunde beim Beratungsgespräch achten?

Jennifer Link: „Ich empfehle, nicht nur beim Thema Immobilienfinanzierung, eine unabhängige Beratung. Denn so kann der Berater aus einem breiten Marktangebot den für den Kunden richtigen Anbieter mit den besten Konditionen herausfiltern. Denn was hilft ein niedriges Zinsniveau im Markt, wenn der konkrete Anbieter vergleichsweise hohe Zinsen verlangt?

Nach der Beratung sollte der Kunde darauf achten, dass die Beratungsergebnisse in einem Protokoll festgehalten werden. Wichtig ist auch, dass die Immobilienfinanzierung in ein Gesamtkonzept eingebunden ist und beispielsweise Fragen zur staatlichen Förderung berücksichtigt werden.“



Jennifer Link berät bei MLP seit zwölf Jahren Kunden in allen Fragen des Finanz- und Vermögensmanagements. Sie ist spezialisiert auf die ganzheitliche Finanzplanung für gehobene Kunden und Selbständige. Seit zehn Jahren ist sie auch als Geschäftsstellenleiterin in Düsseldorf tätig. Jennifer Link zählt zu den Top-Beratern in NRW – von Kunden bewertet auf Whofinance.de, Deutschlands führendem Bewertungsportal für Finanzberater.

Quelle: TM