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Wegen Finanzkrise: 35.000 Unternehmensinsolvenzen erwartet

zuletzt aktualisiert: 28.10.2008 - 13:44

Berlin (RPO). Viele Unternehmen werden die Auswirkungen der Finanzkrise offenbar erst 2009 richtig spüren. Im kommenden Jahr könnte es bis zu 35.000 Unternehmensinsolvenzen geben, schätzt der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen. In diesem Jahr waren 30.000. Betroffen seien vor allem die Dienstleistungsbranche, das Handwerk und der Bau. 2007 gab es 29.160 Pleiten.

Vor allem für kleinere und mittelständische Unternehmen sei es in den letzten Monaten zunehmend schwieriger geworden, über ihre Banken Kredite zu bekommen, sagte BDIU-Präsident Wolfgang Spitz. "Dies ist eine unmittelbare Auswirkung der Finanzkrise." Es zeige sich, dass der kräftige Aufschwung vorbei sei. "Wir stehen am Rande der Rezession." Es komme für die Unternehmen jetzt darauf an, ihre Liquidität zu sichern. Dazu gehöre eine angemessene Ausstattung mit Eigenkapital und ein schnelles Mahnen offener Beträge.

Für dieses Jahr erwartet der BDIU einen leichten Rückgang der Verbraucherinsolvenzen auf rund 100.000. 2007 waren es noch über 105.000. Grund seien neben der rückläufigen Arbeitslosigkeit lange Wartelisten bei Schuldnerberatungsstellen und die bevorstehende Vereinfachung des Verfahrens für mittellose Schuldner. "Daher warten zurzeit viele Betroffene mit einem Antrag", betonte Spitz. Mit drei Millionen überschuldeten Haushalten bleibe die Zahl der potenziellen Antragssteller allerdings unverändert hoch.

Ebenfalls problematisch ist laut BDIU-Herbstumfrage das Zahlungsverhalten der öffentlichen Hand. Nur zwei Prozent der Inkassounternehmen hätten gemeldet, dass öffentliche Auftraggeber jetzt besser bezahlten als im Frühjahr. Mitverantwortlich dafür seien die hohen Außenstände der Städte und Gemeinden, die der BDIU auf über zwölf Milliarden Euro bezifferte.

Im BDIU sind 539 der insgesamt gut 700 in Deutschland tätigen Inkassounternehmen organisiert.

Ein großes Special zur Finanzkrise finden Sie hier.

Quelle: ap

 
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