Dax mit kräftigem Minus: AIG schickt Börsen auf Talfahrt
zuletzt aktualisiert: 03.03.2009 - 08:30Frankfurt/New York (RPO). Nach horrenden Verlusten von fast 100 Milliarden Dollar beim US-Versicherers AIG sind die ohnehin hochnervösen Aktienmärkte weiter abgestürzt. Auch der Dax schloss mit einem kräftigen Minus. Die Börsianer hoffen nun, dass er sich am Dienstagmorgen erholt.
Mit Spannung wird die Öffnung der deutschen Börse erwartet. Bereits am Montag schickten die Finanzmärkte auf der ganzen Welt schlechte Omen voraus. Der Nikkei setzte seine Talfahrt am Dienstag fort Er sackte um 0,7 Prozent auf 7.229 Punkte ab, nachdem er im frühen Handel schon bis auf 7.088 Punkten abgerutscht war. Am Vortag büßte er 3,8 Prozent ein.
Am Mittwochabend sah es schlecht aus für den Dax. Er schloss mit einem Minus von 3,48 Prozent bei 3710,07 Punkten. Vor allem Aktien von Finanzkonzernen standen auf der Verkaufsliste der Investoren: Am stärksten verlor das Commerzbank-Papier mit einem Rückgang um 5,9 Prozent auf nur mehr 2,63 Euro. Deutsche Börse verbilligten sich 5,2 Prozent auf 34,50 Euro, die Deutsche Postbank büßte 4,7 Prozent auf 8,39 Euro ein und die Deutsche Bank 4,6 Prozent auf 19,38 Euro.
In New York sackte der Dow Jones Index unter die 7000-Punkte-Marke und damit auf den tiefsten Stand seit mehr als elf Jahren. Der Deutsche Aktienindex (Dax) und andere internationale Indizes gingen ebenfalls auf Talfahrt.
Analysten in den USA begründeten den Kurssturz an der Wall Street mit der zunehmenden Verunsicherung der Anleger. Diese fragten sich, ob sich die wirtschaftliche Lage bald erholen könne und ob insbesondere die Banken sicher seien. Sehr skeptisch äußerte sich Bill Strazzullo, Chefstratege bei Bell Curve Trading: So schlecht die Lage auch jetzt schon sei, es könne immer noch schlimmer kommen, sogar viel schlimmer. Der Aktienmarktfachmann glaubt sogar, der Dow Jones Index könne auf den Level von 1995, also um die 5000 Punkte, zurückfallen.
Die Marke von 7000 Punkten unterschritt der Dow Jones zuletzt am 28. Oktober 1997. Am Montagvormittag (Ortszeit) sank der Index im laufenden Handel zeitweise sogar auf unter 6900 Punkte. Zuvor hatte AIG mit minus 61,7 Milliarden Dollar den höchsten Quartalsverlust der US-Geschichte bekannt gegeben und der amerikanische Staat rettete den strauchelnden Versicherungsriesen zum wiederholten Mal binnen weniger Monate vor der Pleite. Die erneute Staatshilfe umfasst 30 Milliarden Dollar. Bis November 2008 hatte das Unternehmen schon Hilfen in Höhe von 150 Milliarden Dollar erhalten.
Nikkei verliert 3,8 Prozent
Der britische FTSE 100 sank zeitweise um mehr als 4 Prozent auf 3675 Punkte. Das war der niedrigste Stand seit April 2003. Finanztitel wurden auch hier verkauft: Europas größtes Institut HSBC gaben 20 Prozent nach. Die britische Großbank braucht nach einem drastischen Gewinneinbruch von 70 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar frisches Kapital und will 6100 Stellen in den USA streichen. Lloyds Banking Group büßte 11 Prozent ein, Standard Chartered fielen um neun Prozent.
Auch in der Schweiz sackten die Kurse in den Keller: Am Montag fiel das Blue-Chips-Barometer SMI unter die psychologisch wichtige Marke von 4500 Punkten. Mit 4478 Zählern stand es am Nachmittag zeitweise 4,5 Prozent niedriger als am Freitag. Deutlich im Minus waren auch hier Finanztitel wie UBS (minus 8,8 Prozent) und Credit Suisse (minus 4,6 Prozent).
Zuvor war in Japan schon der Leitindex abgestürzt. Der Nikkei büßte 3,8 Prozent auf 7280 Punkte ein. Erneut bereitet der Finanzsektor den Märkten Sorgen. Am vergangenen Freitag hatte die US-Regierung ihren Anteil an der schwer angeschlagenen Citigroup erhöht.
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