"Preisvorstellungen zum Teil völlig überzogen": Aktionärsschützer kritisieren Börsengang-Absagen
zuletzt aktualisiert: 28.05.2004 - 06:45Berlin (rpo). Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ist besorgt über die jüngsten Absagen bei Börsengängen. Die DSW kritisierte die betroffenen Unternehmen, weil diese meist unrealistische Vorstellungen in Bezug auf ihre Aktienpreise hätten.
"Die Preisvorstellungen sind zum Teil völlig überzogen", sagte DSW-Sprecher Jürgen Kurz der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe). "Die Unternehmen sollten sich damit abfinden, dass übertriebene Preise für ihre Aktien bei den Anlegern heute nicht mehr durchsetzbar sind."
Am Mittwoch hatte nach den Computerchip-Herstellern X-Fab und Siltronic auch der Auto-Service Betrieb Auto-Teile-Unger (ATU) überraschend seinen Börsengang verschoben. Die Absagewelle könne nun sogar den für Juni angepeilten Börsengang der Postbank gefährden, befürchtet Kurz. Man müsse nun abwarten, ob es gelinge, die institutionellen Anleger von den Preisvorstellungen der Post zu überzeugen. "Wenn nicht, dann muss sie entweder mit dem Preis runter oder es folgt die nächste Absage", sagte Kurz. "Das wäre dann wohl das Ende aller Neuemissionen in diesem Jahr".
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