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Nach DB-Fonds-Schließung: Anleger ziehen 1,4 Milliarden aus Fonds ab

zuletzt aktualisiert: 13.01.2006 - 13:22

Berlin/Frankfurt (rpo). Nach der überraschenden Schließung des offenen Immobilienfonds Grundbesitz Invest sind nun erstmals Zahlen bekannt geworden, die zeigen, wie die Anleger anderer Fonds reagierten. Nach der Schließung durch die Deutsche Bank hätten die Anleger mehr als 1,4 Milliarden Euro aus anderen offenen Fonds abgezogen.

Dies berichtet die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf Daten der Finanzaufsicht BaFin.

Die Deutsche Bank hatte ihren Fonds Grundbesitz Invest wegen einer bevorstehenden Abwertung vorübergehend geschlossen. Der in Deutschland einmalige Vorgang hatte für heftige Kritik gesorgt, weil die rund 300.000 Anleger dadurch nicht an ihr Geld kommen. Die Neubewertung der Immobilien soll im Februar abgeschlossen sein.

Nach Einschätzung des Fondsverbandes BVI beweisen die Zahlen, dass es nach der spektakulären Fondsschließung nicht zu den befürchteten Panikreaktionen gekommen sei, die die gesamte Branche erschüttert hätten. "Die Anleger haben kühlen Kopf bewahrt", sagte ein BVI-Sprecher auf Anfrage. Bei einem Anlagevolumen von rund 88 Milliarden Euro in offenen Immobilienfonds sei ein Mittelabfluss von 1,4 Milliarden Euro "sehr wenig". "Es gibt keine Vertrauenskrise", bekräftigte der Sprecher.

Ähnlich hatte sich zuletzt auch BaFin-Chef Jochen Sanio geäußert. Die Mittelabflüsse seien zwar "teilweise beachtlich, aber nicht besorgniserregend gewesen", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" den Chefaufseher der Finanzbranche. Zahlreiche Fonds meldeten bereits wieder Zuflüsse. "Die meisten deutschen Anleger handeln also sehr besonnen."

Dem "Welt"-Bericht zufolge verzeichnete der ebenfalls von der Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate verwaltete Fonds Grundbesitz Global die höchsten Mittelabflüsse mit rund 800 Millionen Euro. Rund 400 Millionen Euro habe der Fonds Hausinvest Europa der Commerzbank-Tochter CGI verloren.

Quelle: afp

 
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