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Sicherheit
Auf ein Bankschließfach kann man lange warten

Auf ein Bankschließfach kann man lange warten
Begehrt: Ein Schließfach bei der Bank. FOTO: dpa
Berlin. Die Nachfrage nach Schließfächern bei Banken und Sparkassen boomt - manche Kunden müssen sich inzwischen in Geduld üben. Die Sorge vor Wohnungseinbrüchen ist nur ein Grund dafür.

"Vor allem in Städten ist die Nachfrage größer als das Angebot", sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) der Deutschen Presse-Agentur. "Schließfächer sind seit geraumer Zeit gefragt", ergänzte ein Sprecher des Bankenverbandes BdB. Bei einigen Instituten gebe es Wartelisten.

Zahlreiche Gründe

Ein Grund für den Run auf Banktresore könnte die Sorge vor Diebstahl sein. Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland soll 2015 auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren gestiegen sein. Weitere Gründe könnten die Diskussion um die Einführung einer Obergrenze für Bargeldzahlungen und die Abschaffung des 500 Euro-Scheins sowie die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sein, vermutete der DSGV-Sprecher.

Die EZB hat im Kampf gegen Konjunkturschwäche und Mini-Inflation nicht nur den Leitzins auf Null gesenkt, sondern auch den Strafzins erhöht, der fällig wird, wenn Institute bei der Notenbank Geld parken.

Der BdB hält es allerdings für unwahrscheinlich, dass von deutschen Sparern bald auf breiter Front Strafzinsen für ihre Einlagen verlangt werden. Der Wettbewerb in der Branche sei so hart, dass Privatkunden mit Negativzinsen "auf breiter Front, auf breiter Fläche" nicht zu rechnen hätten, sagte BdB-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer jüngst.

Angst vor Negativzinsen

Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret befürchtet dagegen, dass Finanzinstitute die Belastungen durch Niedrigzinsen weitergeben könnten, wie er in einem Interview sagte. Er hält auch Negativzinsen für Konten von Privatkunden für möglich.

Allerdings ist auch ein Bankschließfach nicht kostenlos. Nach Angaben des BdB kostet es im Schnitt ab etwa 30 Euro im Jahr. Ob die Bundesbürger in den Tresoren Bargeld, Schmuck, Gold oder wichtige Unterlagen lagern, ist wegen des Bankgeheimnisses nicht bekannt.

(dpa)
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