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Bankenrettung: BayernLB braucht offenbar zehn Milliarden Euro

zuletzt aktualisiert: 26.11.2008 - 18:48

München (RPO). Die Bayerische Landesbank kämpft um ihr Überleben. Dafür benötigt sie offenbar deutlich mehr Geld als ursprünglich befürchtet. Von frischem Kapital in einer Höhe von zehn Milliarden Euro ist die Rede.

Der "Münchner Merkur" will von der Summe erfahren haben und beruft sich dabei auf Regierungskreise in München. Ein Sprecher der BayernLB wollte den Bericht zunächst nicht bestätigen, räumte aber weitere Belastungen seit Oktober durch die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers, die Krise im Islandgeschäft und das Fortschreiten der Weltfinanzkrise ein.

Unterdessen wird immer wahrscheinlicher, dass der Freistaat die Rettung der BayernLB allein schultern und auf Bundeshilfen verzichten will. Die BayernLB hatte vor wenigen Wochen einen Kapitalbedarf von 6,4 Milliarden Euro angemeldet. Davon sollten eigentlich 5,4 Milliarden aus dem Rettungspaket der Bundesregierung fließen. Weitere 700 Millionen Euro wollte das Land Bayern beisteuern, 300 Millionen Euro die Sparkassen.

Dem Bericht zufolge geht das neue Milliardenloch nur zum geringen Teil auf Wertverluste zurück. Ein zusätzlicher Kapitalbedarf von rund zwei Milliarden habe sich allein dadurch ergeben, dass der Zugang der Banken zu frischem Geld schwieriger geworden sei und der Kapitalmarkt eine bessere Eigenkapitalversorgung der Geldhäuser verlange.

Laut "Passauer Neuen Presse" liegt die Kernkapitalquote der BayernLB nur noch bei sechs Prozent. Dies wollte der Banksprecher nicht bestätigen. Um überhaupt unter den Rettungsschirm des Bundes schlüpfen zu können, müsste die Eigenkapitalquote auf acht Prozent erhöht werden. Dies schrieben die Bedingungen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) vor.

Nach übereinstimmenden Medieninformationen will die Staatsregierung aber weitgehend auf Bundeshilfen verzichten, die Mehrheit an der Bank übernehmen und die Sparkassen damit zum Juniorpartner machen. Nur Garantien sollen vom Berliner Rettungsschirm in Anspruch genommen werden. Wie ein Sprecher des Sparkassenverbands auf Anfrage sagte, soll über neue Vorschläge am Samstag bei einem Treffen führender Vertreter des Landes und der Sparkassen entschieden werden. Am Freitag will die Regierung das parlamentarische Kontrollgremium des Landtags informieren.

Sollten sich die Mehrheitsverhältnisse ändern, wäre eine Fusion der BayernLB mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) vermutlich vom Tisch. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte zuletzt eine Fusion entschieden abgelehnt. Geplant ist laut "Münchner Merkur", das Geldhaus nach 2015 als Großbank mit internationalem Geschäft mit Sitz in München neu aufzustellen und zu privatisieren.

Bei einem Treffen der Ministerpräsidenten am Mittwoch in Berlin wurde jedoch vereinbart, in den kommenden Monaten über regionale und strukturelle Kooperationen der Landesbanken zu diskutieren. Ein Sprecher von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte, in den nächsten Tagen werde darüber entschieden, ob es mit Seehofer Gespräche über eine Fusion der Landesbanken LBBW und BayernLB geben werde.

Seehofer hatte sich zuletzt massiv darüber geärgert, dass der Bund bei der Genehmigung der Hilfen zögert. "Ich hätte gern die Konditionen gewusst, die man alle erfüllen muss, wenn man als Landesbank unter den Schirm will. Das weiß ich bis heute nicht."

Quelle: afp2

 
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