Absatzkrise: Bei BMW in Leipzig stehen die Bänder still
zuletzt aktualisiert: 27.10.2008 - 15:26Leipzig (RPO). Wegen der Folgen der Finanzkrise muss jetzt auch der Autobauer BMW seine Produktion drosseln. Im Leipziger BMW-Werk seit Montagmorgen die Bänder still. Bis Donnerstag werde kein Fahrzeug in dem Werk gebaut, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag in Leipzig. Betroffen seien sowohl die 3er- als auch die 1er-Baureihe. Der Produktionsstopp sei bereits vor Wochen angekündigt worden.
Durch den viertägigen Produktionsstopp würden rund 2800 Fahrzeuge weniger gebaut als ursprünglich geplant, sagte der Sprecher weiter. Insgesamt wolle BMW die Produktion um rund 20.000 bis 25.000 Fahrzeuge drosseln, weshalb auch in anderen Werken die Arbeit stillstehen werde.
Die angeordneten arbeitsfreien Tage für die Beschäftigten würden mit deren Arbeitszeitkonten verrechnet. Am Wochenende hatte auch Daimler wegen Absatzproblemen eine fünfwöchige Zwangspause ab dem 11. Dezember angekündigt.
BMW hatte im September einen deutlichen Absatzeinbruch verzeichnet. Der Verkauf der Konzernmarken BMW, Mini und Rolls-Royce war gegenüber dem Vorjahresmonat um 14,6 Prozent auf 121.621 Fahrzeuge zurückgegangen. Allein bei der Hauptmarke BMW sank der Absatz um 16,4 Prozent auf 98.874 Autos.
Bei Daimler müssen mehrere Werke in Zwangspause
Beim Konkurrenten Daimler müssen voraussichtlich gleich mehrere Werke eine längere Zwangspause über Weihnachten einlegen. Im größten inländischen Mercedes-Werk in Sindelfingen würden vom 12. Dezember bis 12. Januar vier Wochen lang keine Autos vom Band laufen, bestätigte eine Sprecherin des Gesamtbetriebsrats am Montag. Verlängerte Weihnachtpausen für andere Standorte würden, wenn nötig, jeweils "auf örtlicher Ebene" verhandelt. Daimler hat in Deutschland mehr als ein Dutzend Standorte.
Im Werk Untertürkheim werde voraussichtlich ab 15. Dezember ein "Großteil der Produktion" für vier Wochen ruhen, sagte eine Sprecherin der dortigen Arbeitnehmervertretung am Montag. Die Arbeit solle dann am 12. Januar wieder aufgenommen werden. Die Verhandlungen dazu seien aber noch nicht abgeschlossen.
Der Sprecherin zufolge wären in Untertürkheim Produktionsbereiche und teilweise auch Logistik- und Qualitätabteilungen betroffen, während die Arbeit in anderen Teilen wie der Instandhaltung weiter laufe. In Untertürkheim werden Motoren produziert.
Auch LKW-Produktion wird gedrosselt
Die "Rheinpfalz" berichtete am Montag zudem vorab, Daimler fahre auch die Fertigung in seinem Lkw-Montagewerk im südpfälzischen Wörth herunter. Samstags wird demnach nicht mehr gearbeitet, die Schichtlängen würden auf Normalmaß gekürzt und die Weihnachtsferien verlängert.
Der Autohersteller reagiert damit auf die drastisch sinkende Nachfrage. Daimler hatte zuletzt äußerst schlechte Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt und zum zweiten Mal den erwarteten Gewinn für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Wegen der Finanzkrise und weltweit rapide sinkenden Absatzzahlen drosseln auch andere Autobauer wie Opel, Volkswagen und Ford die Produktion.
Im BMW-Werk Leipzig ruht seit diesem Montag für vier Tage die Produktion, Anfang November stehen dann unter anderem in den Werken Regensburg und München für jeweils fünf Tage die Bänder still. BMW hatte angekündigt, in diesem Jahr 25.000 Autos weniger als ursprünglich geplant herzustellen.
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