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Düsseldorf: Beiträge für Privatpatienten steigen

VON ANTJE HÖNING UND HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 06.12.2011 - 02:30

Düsseldorf (RP). Zum 1. Januar erhöhen viele Krankenversicherungen ihre Beiträge drastisch, manche Kunden müssen bis zu 40 Prozent mehr zahlen. Versicherte haben nur wenig Möglichkeiten, ihre Last zu senken. Wegen der höheren Honorare der Zahnärzte drohen 2012 neue Beitragssteigerungen.

Wolfgang Wienecke kann es nicht fassen: Für seine private Krankenversicherung soll er ab 1. Januar 2012 rund 40 Prozent mehr zahlen als in diesem Jahr. Statt 174 Euro sind nun 244 Euro pro Monat fällig. So teilte es ihm seine Versicherung, die DKV, mit. Was den 61-Jährigen besonders ärgert: "Erst vor einem Jahr hatte die DKV den Beitrag kräftig angehoben. Daraufhin hatte ich meinen Selbstbehalt auf 3500 Euro pro Jahr kräftig erhöht, um in einen günstigeren Tarif zu kommen – und nun schlägt die DKV wieder zu."

Mit Sorge blickt der Niederrheiner seinem Ruhestand entgegen. "Die Erhöhung in diesem Tarif ist ein Einzelfall", sagte eine Sprecherin der DKV. Hier seien besonders viele Versicherte schwer krank geworden, daher liege die Erhöhung im Schnitt bei über 20 Prozent. Über alle Tarife der Krankenvollversicherung gesehen habe die DKV die Beiträge im Schnitt "nur" um 3,5 Prozent erhöht.

Neue Gebührenordnung ab Januar

Doch auch viele andere Privatpatienten wurden in diesen Tagen von kräftigen Beitragserhöhungen überrascht. So nimmt die Gothaer von ihren Kunden rund fünf Prozent mehr. Die Central verlangt im Schnitt gar 12,9 Prozent mehr.

Bei der Signal Iduna liegt der Preisanstieg bei 1,3 Prozent. Ihr Vorstandschef Reinhold Schulte, der zugleich den Verband der Privaten Krankenversicherung führt, begründete den branchenweiten Anstieg so: "Die Beiträge steigen wegen des medizinisch-technischen Fortschritts. Bessere medizinische Versorgung führt einfach auch zu höheren Kosten", sagte Schulte unserer Redaktion.

Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, auch wenn Schulte für die Signal Iduna nur mit moderaten weiteren Erhöhungen rechnet. "Nächstes Jahr könnte ein Kostentreiber die Erhöhung der Vergütung der Zahnärzte sein", sagt Schulte. Zum 1. Januar tritt eine neue Gebührenordnung in Kraft, die den Zahnärzten eine Honorar-Erhöhung um sechs Prozent beschert.

Dagegen halten die gesetzlichen Krankenversicherungen ihre Beiträge über den Jahreswechsel stabil. Ihre Beiträge sind einkommensabhängig und profitieren daher von der guten Konjunktur. In den ersten drei Quartalen konnten die gesetzlichen Kassen einen Überschuss von 3,9 Milliarden Euro verbuchen, wie es am Montag hieß.

Wechsel als Option

Was können die Privatpatienten tun, um ihre Beitragslast zu mildern? "Die Versicherten sollten den Tarif wechseln", rät Wolfgang Schuldzinski von der Verbraucherzentrale NRW. Das gelte auch für sogenannte "geschlossene Tarife", in der viele Ältere versichert sind, die oft besonders hohe Beiträge zahlen müssen. "Wer von Preiserhöhungen betroffen ist, sollte überprüfen, auf welche Leistungen seiner Versicherung er verzichten kann, und dann den günstigeren Tarif auswählen."

Der Verbraucherschützer rät, den Wechsel schriftlich einzufordern und eine Frist zu setzen. Denn nicht bei jeder privaten Kasse funktioniere der Wechsel reibungslos. "In Einzelfällen wird eine neue Gesundheitsprüfung verlangt, obwohl dies gar nicht erlaubt ist", sagt Schuldzinski.

Die zweite Möglichkeit zum Sparen besteht darin, den Selbstbehalt zu erhöhen. Dann müssen Versicherte einen höheren Teil ihrer Arzt-Rechnungen selbst tragen. Dies empfiehlt der Experte allerdings eher jungen, gesunden Patienten. "Denn wer anfällig für Krankheiten ist, für den kann ein hoher Selbstbehalt richtig teuer werden", sagt Schuldzinski. Und vor weitere Beitragserhöhungen schützt auch der Schritt auch nicht, wie Wolfgang Wienecke erlebte.

Quelle: RP/das


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