Angeschlagene Dexia-Bank: Belgiens Ex-Premier wird Aufsichtsratschef
zuletzt aktualisiert: 07.10.2008 - 06:26Brüssel (RPO). Der ehemalige belgische Regierungschef Jean-Luc Dehaene soll Aufsichtsratschef der angeschlagenen französisch-belgischen Dexia-Bank werden.
Das teilte Belgiens Ministerpräsident Yves Leterme am Dienstagmorgen nach einer Krisensitzung in Brüssel mit. Neuer Firmenchef solle der französische Bankmanager Pierre Mariani werden. Der 52-Jährige ist ein früherer Berater des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy.
Beide Männer seien Kandidaten "von höchster Güte. Das ist ein starker Vertrauensbeweis für den Markt", sagte Leterme. Die Dexia-Leitung solle der Ernennung noch am Dienstag zustimmen, damit beide Männer noch am selben Tag ihr Amt antreten könnten.
Der 68-jährige Dehaene zeigte sich nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga "stolz und glücklich" und "sehr motiviert" angesichts der neuen Aufgabe. Der flämische Christdemokrat war von 1992 bis 1995 und von 1995 bis 1999 Regierungschef.
Die Ablösung der bisherigen Amtsinhaber Pierre Richard und Axel Miller bei Dexia war Auflage eines vor einer Woche von den Regierungen Frankreichs, Belgiens und Luxemburgs beschlossenen Rettungsplans für die Dexia-Gruppe. Die drei Länder hatten den Finanzkonzern mit 6,4 Milliarden Euro gestützt.
Leterme hatte am Montagabend weitere Hilfen für die in Turbulenzen geratene Dexia-Bank angekündigt. In den kommenden Tagen würden weitere Initiativen gestartet, um die Dexia-Gruppe zu stärken, sagte Leterme nach einem Treffen mit dem französischen Staatschef und amtierendem EU-Ratspräsidenten Nicolas Sarkozy in Paris. Bei der Krise des Unternehmens handele es sich um ein "vorübergehendes Problem", sagte Leterme. Im Kern sei Dexia ein gesundes Unternehmen.
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