Neuer Notenbank-Chef: Ben Bernanke beflügelt Wall Street
zuletzt aktualisiert: 25.10.2005 - 08:21New York (rpo). Die Ernennung von Ben Bernanke zum neuen Chef der US-Notenbank ist an der Wall Street positiv aufgenommen worden. Der Nachfolger des legendären Alan Greenspan kündigte an, er wolle sein Amt in der Tradition seines Vorgängers ausführen. Greenspans Vertrag läuft Ende Januar aus.
Bernanke sagte angesichts seiner Nominierung, er werde alles tun, um für Kontinuität in der US-Geldpolitik zu sorgen. An den Märkten wurde dies als Ankündigung dafür interpretiert, dass Bernanke als neuer Fed-Chairman die gegenwärtige Politik der Zinsanhebungen auch über den Januar hinaus fortsetzen wird. Greenspans Amtszeit läuft nach 18 Jahren zum 31. Januar 2006 aus.
Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) stieg um 1,7% bzw. 170 auf 10.385 Punkte und schloss damit nur knapp unter seinem Tageshoch. Der S&P-500 verbesserte sich um 1,7% bzw. 20 Zähler auf 1.199. Der Nasdaq-Composite erhöhte sich um 1,6% bzw. 34 Punkte auf 2.116. Umgesetzt wurden 1,65 (Freitag: 1,86) Mrd. Aktien. Dabei standen den 2.558 Kursgewinnern 787 -verlierer gegenüber. Unverändert gingen 137 Titel aus der Sitzung. Der Markt war schon mit deutlichen Aufschlägen in den Handel gestartet, nachdem es eine Reihe guter Quartalsergebnisse gab. So legten American Express um 5,1% auf 49,54 USD zu. Das Unternehmen hat ihr Ergebnis im dritten Quartal 2005 um 17% gesteigert. Die Einnahmen im Kreditkartengeschäft legten um 18% zu, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht. Das Nettoergebnis je Aktie kletterte demnach auf 0,82 (0,69) USD.
Viele Gewinner
Ebenfalls mit einem deutlichen Plus von 3,1% auf 27 USD schlossen die Aktien von Merck & Co nach besser als erwarteten Ergebnissen für das dritte Quartal. Der Konzern rechnet im Gesamtjahr mit einem Ergebnis je Aktie zwischen 2,47 USD und 2,51 USD. Bei Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal hatte Merck & Co noch ein Nettoergebnis je Aktie zwischen 2,44 und 2,52 USD in Aussicht gestellt. Dagegen verloren Cendant 6,6% auf 18,77 USD. Der Reise- und Immobilienkonzern will sich bis zum Sommer 2006 in vier Unternehmen aufspalten, die alle an der Börse notiert werden sollen. Die neuen Unternehmen sollen dabei die vier Geschäftsfelder Reisen, Hotels, Autovermietung und Immobilien abbilden. Den Namen Cendant soll es den Angaben zufolge dann nicht mehr geben.
Reebok verloren 0,4% auf 57,21 USD. Dank eines Sondergewinns aus dem Verkauf des Schuhgeschäfts der Marke Ralph Lauren hat das Unternehmen zwar im dritten Quartal einen Gewinn von 49 Mio. USD verbucht. Ein Analyst bemängelte jedoch den Rückgang des Auftragsbestands von 8%. Dieser wecke die Sorge vor einem "gewissen Kannibalisierungseffekt" vor dem geplanten Verkauf von Reebok an den Kontrahenten adidas-Salomon. Für das vierte Quartal erwartet Reebok ein Ergebnis je Aktie von 0,55 USD bis 0,65 USD vor Sonderposten. Analysten sehen im Schlussquartal derzeit im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 0,63 USD.
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